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Schadensersatz in Sachen Aktienpower - Update v. 04.10.2008
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Schillernde Persönlichkeit: Alfredo Cuti
Alfredo Cuti, bis vor kurzem Verwaltungsratspräsident der mittlerweile liquidierten Schweizer AktienPower AG und nunmehr Chef der neu gegründeten AktienPower LifeSolutions AG hat sich in den vergangenen Jahren als gleichfalls erfolgreicher wie zwielichtiger Veranstalter zahlreicher Börsenseminare einen Namen gemacht. Mit seinen Seminaren strebt Cuti nicht mehr und nicht weniger an, als den Zuhörern den Weg in ihre "finanzielle Freiheit" zu weisen. Der Anleger soll lernen, "an der Börse Gewinne [zu] machen (...). Ganz egal, ob die Kurse steigen oder fallen!" (Quelle: Startseite von www.aktienpower.com v. 13.5.2008).

Peinliches Werbevideo
Mit Hilfe eines peinlichen Werbevideos sollten die Anleger geködert werden. Das Video, das zunächst offiziell als Werbevideo an Interessierte verteilt wurde - u.a. auf der bekannten Anlegermesse Invest 2006 in Stuttgart -, ist mittlerweile nicht mehr im Einsatz. Nachdem es auf Youtube zu sehen war und daraufhin in mehreren Internetforen als peinlich und lächerlich zerrissen wurde, ist es mittlerweile offline. Cuti, auf einer Bühne auf und ab marschierend und wild gestikulierend, warb im Video mit markigen und unseriösen Sprüchen für seine Seminare und Börsenbotschaften.

Geplatzter Börsengang der AktienPower AG: Desaster für die Anleger
Die Grenzen des rechtlich zulässigen hatte Cuti bereits mit seinem vorbörslichen Verkauf von Aktien an der nun liquidierten Aktienpower AG überschritten. Zum Preis von 125 Schweizer Franken pro Stück konnten Anleger die Aktien erwerben, während die Aktienpower Marketing GmbH für die Zeichnung von 2.180.000 Aktien nur den Nennwert von 0,01 CHF pro Aktie entrichtetn musste. Dies ist symptomatisch für die Aktienpower-Unternehmung, die insgesamt eher an eine dubiose Sekte erinnert als an eine Aktiengesellschaft. So wurden in großem Ausmaß Aktien an "verdiente Mitarbeiter" verschenkt, teilweise wurden diese Schenkungen dann aber nur wenig später widerrufen, weil die betreffenden Personen bei Cuti in Ungnade gefallen waren. Seine "Aktionäre" sprach der Vorsitzende in seinen Schreiben gerne mit Vornamen an und appellierte dabei mit großem Pathos an ihre Loyalität. Schuld am gescheiterten Börsengang und anderen Miseren waren natürlich stets die anderen: das Establishment der Großbanken, staatliche Willkür sowie Verräter innerhalb der Aktienpower-Familie, nicht aber Cuti selbst. Eines ist jedenfalls gewiss: Mangels Börsengang sitzen die Anleger nun auf ihren wertlosen Papieren. Die in Aussicht gestellte Wertsteigerung der Aktien entpuppte sich als reine Luftnummer. Es verwundert nicht, dass die Staatsanwaltschaft Mannheim mittlerweile die Ermittlungen gegen Cuti und andere Verantwortliche aufgenommen hat - unter anderem wegen Betrugs und Verstößen gegen das Kreditwesengesetz. Presseberichten zufolge saß Cuti zwischenzeitig auch bereits in Untersuchungshaft.

Die von Cuti "selbstlos" angebotene Entschädigung für die durch den Aktienverkauf getäuschten Anleger nimmt sich wie ein weiterer böser Scherz aus. Sie soll sich über geringe Ratenzahlungen über viele Jahre lang (unverzinslich) erstrecken, wobei völlig unklar bleibt, ob Cuti jemals in der Lage sein wird, die versprochenen Raten überhaupt zu bedienen. Eigentlicher Grund für das Entschädigungsangebot Cutis düfte die Absicht sein, erboste Anleger davon abzuhalten, Schadensersatzansprüche gegen ihn geltend zu machen. Genau dies sollten Anleger allerdings tun, wenn sie daran interessiert sind, ihre Schäden noch ersetzt zu bekommen.

Zwangsschließung der Unternehmen Cutis
Dass der "führende Experte in Europa für Börsenstrategien" seine eigene Unternehmensgruppe nicht richtig im Griff hatte und jedenfalls das 1x1 des Kreditwesengesetzes weniger gut beherrscht als seine so genannten "Strategien", wurde spätestens offenbar, als sein Firmengeflecht auseinanderfiel. Ein im Auftrag der Schweizerischen Finanzaufsichtsbehörde (Eidgenössische Bankenkommission) erstellter Untersuchungsbericht offenbarte gravierende Unregelmäßigkeiten, insbesondere was die Geschäftsbeziehungen der AktienPower AG zur Aktienpower Marketing GmbH betrifft. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden fehlerhaft bewertet und willkürlich zwischen den Gesellschaften hin- und hergeschoben. Eine klare Trennung erfolgte hier erst, nachdem sich Cuti mit seiner vormaligen Busenfreundin Monika Ahl, Geschäftsführerin der Aktienpower Management GmbH, heillos zerstritt. Der Bericht der EBK spricht zudem von Missmanagement und augenfälligem "cash-burn". Dividendenausschüttungen der Aktienpower AG wurden mit dem von neuen Anlegern eingebrachten Agio finanziert, Ähnlichkeiten zu einem Schneeballsystem lassen sich nicht von der Hand weisen. Mittlerweile wurde über drei Gesellschaften, die in Verbindung mit Cuti standen, das Insolvenzverfahren eröffnet; dabei handelt es sich um die Aktienpower Marketing GmbH, die Cuti Management GmbH sowie die M. Ahl GmbH (siehe auch http://www.ebk.ch/d/publik/insolvenz/index.html). In ihrer Verfügung vom 19.03.2008 hat die Kommission außerdem die Auflösung der Aktienpower AG, der Aktienpower Global AG sowie der Yourliberty AG i.Gr. bestimmt. Auf Rechtsmittel hat Cuti verzichtet - aus "wirtschaftlichen Gründen", wie er die Öffentlichkeit wissen lässt.

Auch die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist tätig geworden. Am 20.03.2008 untersagte sie der Vertriebsführung der Aktienpower AG die Anlagevermittlung und ordnete die Abwicklung der Geschäfte an. Die Verfügung richtet sich speziell gegen die Herren Hans Peter Borst aus Schweinfurt, Andreas Wengler aus Reichshof sowie Sebastian Kieser und Ronald Schnaus aus Triefenstein. Ebenfalls betroffen ist die Your Life Direktvertriebs-GmbH aus Schweinfurt.

Aus alt mach neu: von der Aktienpower AG zur Aktienpower LifeSolutions AG

Seine Börsenseminare lässt sich Cuti mit rund 990 EUR (netto) pro Teilnehmer gut vergüten. Das Geschäft lohnt sich so sehr, dass ihn die Zwangsschließung seines Flaggschiffes Aktienpower AG offenbar nicht weiter kümmert. Ganz im Gegenteil strebt er nach neuen Ufern.
Ausweislich einer Presseerklärung im Mai 2008 möchte er nun europaweit expandieren. "[D]ie AktienPower LifeSolutions AG [soll sich in Zukunft außerdem] auf das Kerngeschäft bestehend aus Börsenseminaren und der Vermarktung der selbst entwickelten Börsensoftware AP-Watcher konzentrieren". Man trenne sich, so liest man erstaunt weiter, von den "Altlasten" - gemeint ist offenbar das für viele Anleger ruinöse Geschäft mit dem Vertrieb wertloser Aktien an der aufgelösten Aktienpower AG. Die verklausulierte Formulierung, man trenne sich von Altlasten, dürfte der Realität übrigens nicht sehr nahe kommen. Schließlich war es nicht die freiwillige Entscheidung Cutis, die Unternehmen seines Firmengeflechts aufzulösen. Staatlicherseits hatte man wegen Verstößen gegen kapitalmarktrechtliche Vorschriften die Zwangsschließung verfügt.

Aktienpower weiterhin aktiv
Trotz aller behördlicher Maßnahmen und zahlreicher negativer Medienberichte (Börse Online v. 10.6.2008, Börse Online v. 16.4.2008, Ktipp 02/2008, Manager-Magazin v. 1.4.2008, etc.) ist die Aktienpower-Unternehmensgruppe weiterhin geschäftlich aktiv. Selbst nach der Verfügung der BaFin luden Vertriebsmitarbeiter der ehemaligen Aktienpower AG Anleger noch zu Seminaren im April und Mai 2008 ein. Mittlerweile hat die Aktienpower LifeSolutions AG offiziell das Ruder übernommen und preist ihre Leistungen über die bekannte Website www.aktienpower.com an, als sei nie etwas gewesen. Von der Zwangsschließung der Vorgängerin Aktienpower AG und den damit im Zusammenhang stehenden Verlusten der zahlreichen Anleger liest man ebenso wenig wie von den strafrechtlichen Ermittlungen und der generell in Branchenkreisen geübten Kritik an Cuti.

Geschlossener Fonds "Globalino" hochriskant
Auch für den geschlossenen "Aktienpower CFD-Fonds ´globalino´" rühren die Vertriebsprofis weiterhin kräftig die Werbetrommel. Über den Fonds will das zur Firmengruppe gehörende Unternehmen Aktienpower CFD Fonds GmbH & Co. KG "24 % im Jahr (...) ´machen´". Aus 10.000 Euro des Anlegers sollen so nach 12 Jahren 60.000 Euro werden zzgl. einer "hohen Gewinnausschüttung" nach dem ersten Jahr. Diese Gewinnprognose wurde laut "globalino"-Informationsschreiben und "globalino"-Prospekten von der gescheiterten AktienPower AG "ohne rechnerische Grundlage" aufgestellt. Erzielt werden sollen die Renditen mit Hilfe der "bewährten" Börsenstrategien Cutis (mit so klangvollen Namen wie Platin I, II, III oder Diamant V), der im Anlageausschuss des Fonds sitzt. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Cutis bester Freund "Schorschi". Bei dieser "Entdeckung" (O-Ton Cuti: "Ich hatte eines Tages zufällig eine Linie auf dem Bildschirm, die nannte ich dann "Schorschi".) und vermeintlichen Geheimwaffe Cutis handelt es sich um eine Kurve, die stets im Voraus erkennen lassen soll, wann der richtige Zeitpunkt zum Kauf oder Verkauf von Aktien ist.

Dass es sich nach dem Fiasko beim geplatzten Börsengang erneut um ein hochriskantes Investment handelt, dürfte klar sein. Auch dass das Unternehmen auf seiner Website www.globalino.de lange Zeit nur als Briefkastenfirma mit Postfachanschrift auftrat und durch Unterschlagung einer ladungsfähigen Anschrift gegen impressumsrechtliche Pflichten verstieß, gibt zu Spekulationen Anlass. Zweifelsohne nehmen seriöse Unternehmen derlei Informationspflichten bei Ihren Websiteauftritten ernst. Der Anleger mag sich seine eigene Meinung bilden, warum Globalino diesen Mindestanforderungen nicht genügte und - ob durch Zufall oder bewusst - erst nach unserem Hinweis auf dieser Website vom 20.07.2008 das Impressum korrigierte.

Zumindest die Haltedauer des Fonds bis Ende 2019 spricht Bände. Zwar sind lange Laufzeiten für geschlossene Fonds nichts Außergewöhnliches. Bei Cutis Vergangenheit und Geschäftsgebaren dürften aber ernsthafte Zweifel angebracht sein, ob Anleger ihm wirklich für die nächsten mehr als 10 Jahre ihr Geld anvertrauen sollten. Ein vorzeitiger Ausstieg des Anlegers ist jedenfalls nur schwer möglich, die Investments des Fonds in Risikopapiere (sog. CFDs) machen die Anlage zum Vabanquespiel, die Kosten für Vertrieb und Marketing sowie die laufenden Kosten für die Komplementärin, die das Magazin Börse Online mit 17,3 % und 4,25 % p.a. ausweist, sind enorm und beschwören geradezu die Fage herauf, ob das Konzept realistischwerweise überhaupt aufgehen kann. Die Kosten müssen jedenfalls erst einmal wieder eingespielt werden, bevor der Anleger mit Gewinnen rechnen kann.

Prüfung von Ansprüchen auf Schadensersatz
Sofern Sie Akten der liquidierten Aktienpower AG erworben haben oder sich am Fonds Globalino beteiligt haben und sich darüber beraten lassen möchten, ob Ihnen Schadensersatzansprüche zustehen, kommen Sie bitte auf uns zu. Wir vertreten mittlerweile zahlreiche geschädigte Anleger. Gerne sind wir Ihnen behilflich und prüfen auch für Sie Ihre ggf. bestehenden Rückforderungs- und Schadensersatzansprüche, um sie so zügig wie möglich geltend zu machen - bundesweit und mit Hilfe unserer Kooperationspartner auch grenzüberschreitend. Melden Sie sich hierzu bitte bei uns - entweder per E-Mail (info@winheller.com), telefonisch (Hr. RA Andreas Warkentin, 069 - 76 75 77 80) oder am einfachsten mit dem unten stehenden Formular. Sie können uns die Arbeit übrigens erheblich erleichtern, wenn Sie uns außerdem den ausgefüllten Fragebogen (linke Spalte auf dieser Seite) zukommen lassen. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht und kommen unverzüglich auf Sie zurück!




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Beträge, die Sie bei Cuti, Globalino oder einem sonstigen Unternehmen der Aktienpower-Unternehmensgruppe investiert haben mit Datum des Investments. Bitte machen Sie außerdem Angaben zu Ihrem Vermittler (inkl. Wohnort/Land des Vermittlers), der Sie auf das Angebot der Aktienpower-Gruppe hingewiesen hat. Sollten Sie rechtschutzversichert sein, teilen Sie uns bitte auch den Namen der Rechtschutzversicherung sowie die Versicherungsnummer mit.

 

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