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Alfredo Cuti, bis vor kurzem Verwaltungsratspräsident
der mittlerweile liquidierten Schweizer AktienPower AG und
nunmehr Chef der neu gegründeten AktienPower
LifeSolutions AG hat sich in den vergangenen Jahren als
gleichfalls erfolgreicher wie zwielichtiger Veranstalter zahlreicher
Börsenseminare einen Namen gemacht. Mit seinen Seminaren
strebt Cuti nicht mehr und nicht weniger an, als den Zuhörern
den Weg in ihre "finanzielle Freiheit" zu weisen.
Der Anleger soll lernen, "an der Börse Gewinne [zu]
machen (...). Ganz egal, ob die Kurse steigen oder fallen!"
(Quelle: Startseite von www.aktienpower.com v. 13.5.2008).
Mit Hilfe eines peinlichen Werbevideos sollten die Anleger
geködert werden. Das Video, das zunächst offiziell
als Werbevideo an Interessierte verteilt wurde - u.a. auf
der bekannten Anlegermesse Invest 2006 in Stuttgart -, ist
mittlerweile nicht mehr im Einsatz. Nachdem es auf Youtube
zu sehen war und daraufhin in mehreren Internetforen als peinlich
und lächerlich zerrissen wurde, ist es mittlerweile offline.
Cuti, auf einer Bühne auf und ab marschierend und wild
gestikulierend, warb im Video mit markigen und unseriösen
Sprüchen für seine Seminare und Börsenbotschaften.
Die Grenzen des rechtlich zulässigen hatte Cuti bereits
mit seinem vorbörslichen Verkauf von Aktien an der nun
liquidierten Aktienpower AG überschritten. Zum Preis
von 125 Schweizer Franken pro Stück konnten Anleger die
Aktien erwerben, während die Aktienpower Marketing GmbH
für die Zeichnung von 2.180.000 Aktien nur den Nennwert
von 0,01 CHF pro Aktie entrichtetn musste. Dies ist symptomatisch
für die Aktienpower-Unternehmung, die insgesamt eher an eine
dubiose Sekte erinnert als an eine Aktiengesellschaft. So
wurden in großem Ausmaß Aktien an "verdiente Mitarbeiter"
verschenkt, teilweise wurden diese Schenkungen dann aber nur
wenig später widerrufen, weil die betreffenden Personen bei
Cuti in Ungnade gefallen waren. Seine "Aktionäre" sprach der
Vorsitzende in seinen Schreiben gerne mit Vornamen an und
appellierte dabei mit großem Pathos an ihre Loyalität. Schuld
am gescheiterten Börsengang und anderen Miseren waren natürlich
stets die anderen: das Establishment der Großbanken, staatliche
Willkür sowie Verräter innerhalb der Aktienpower-Familie,
nicht aber Cuti selbst. Eines ist jedenfalls gewiss: Mangels
Börsengang sitzen die Anleger nun auf ihren wertlosen Papieren.
Die in Aussicht gestellte Wertsteigerung der Aktien entpuppte
sich als reine Luftnummer. Es verwundert nicht, dass die Staatsanwaltschaft
Mannheim mittlerweile die Ermittlungen gegen Cuti und andere
Verantwortliche aufgenommen hat - unter anderem wegen Betrugs
und Verstößen gegen das Kreditwesengesetz. Presseberichten
zufolge saß Cuti zwischenzeitig auch bereits in Untersuchungshaft.
Die von Cuti "selbstlos" angebotene Entschädigung
für die durch den Aktienverkauf getäuschten Anleger
nimmt sich wie ein weiterer böser Scherz aus. Sie soll
sich über geringe Ratenzahlungen über viele Jahre
lang (unverzinslich) erstrecken, wobei völlig unklar
bleibt, ob Cuti jemals in der Lage sein wird, die versprochenen
Raten überhaupt zu bedienen. Eigentlicher Grund für
das Entschädigungsangebot Cutis düfte die Absicht
sein, erboste Anleger davon abzuhalten, Schadensersatzansprüche
gegen ihn geltend zu machen. Genau dies sollten Anleger allerdings
tun, wenn sie daran interessiert sind, ihre Schäden noch
ersetzt zu bekommen.
Dass der "führende
Experte in Europa für Börsenstrategien"
seine eigene Unternehmensgruppe nicht richtig im Griff hatte
und jedenfalls das 1x1 des Kreditwesengesetzes weniger gut
beherrscht als seine so genannten "Strategien",
wurde spätestens offenbar, als sein Firmengeflecht auseinanderfiel.
Ein im Auftrag der Schweizerischen Finanzaufsichtsbehörde
(Eidgenössische Bankenkommission) erstellter Untersuchungsbericht
offenbarte gravierende Unregelmäßigkeiten, insbesondere was
die Geschäftsbeziehungen der AktienPower AG zur Aktienpower
Marketing GmbH betrifft. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
wurden fehlerhaft bewertet und willkürlich zwischen den Gesellschaften
hin- und hergeschoben. Eine klare Trennung erfolgte hier erst,
nachdem sich Cuti mit seiner vormaligen Busenfreundin Monika
Ahl, Geschäftsführerin der Aktienpower Management GmbH, heillos
zerstritt. Der Bericht der EBK spricht zudem von Missmanagement
und augenfälligem "cash-burn". Dividendenausschüttungen der
Aktienpower AG wurden mit dem von neuen Anlegern eingebrachten
Agio finanziert, Ähnlichkeiten zu einem Schneeballsystem lassen
sich nicht von der Hand weisen. Mittlerweile wurde über drei
Gesellschaften, die in Verbindung mit Cuti standen, das Insolvenzverfahren
eröffnet; dabei handelt es sich um die Aktienpower Marketing
GmbH, die Cuti Management GmbH sowie die M. Ahl GmbH (siehe
auch http://www.ebk.ch/d/publik/insolvenz/index.html).
In ihrer Verfügung vom 19.03.2008 hat die Kommission
außerdem die Auflösung der Aktienpower AG, der
Aktienpower Global AG sowie der Yourliberty AG i.Gr. bestimmt.
Auf Rechtsmittel hat Cuti verzichtet - aus "wirtschaftlichen
Gründen", wie er die Öffentlichkeit wissen
lässt.
Auch
die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
(BaFin) ist tätig geworden. Am
20.03.2008 untersagte sie der Vertriebsführung der Aktienpower
AG die Anlagevermittlung und ordnete die Abwicklung der Geschäfte
an. Die Verfügung richtet
sich speziell gegen die Herren Hans Peter Borst aus Schweinfurt,
Andreas Wengler aus Reichshof sowie Sebastian Kieser und Ronald
Schnaus aus Triefenstein. Ebenfalls betroffen ist die Your
Life Direktvertriebs-GmbH aus Schweinfurt.
Seine Börsenseminare lässt sich Cuti mit rund 990
EUR (netto) pro Teilnehmer gut vergüten. Das Geschäft
lohnt sich so sehr, dass ihn die Zwangsschließung seines
Flaggschiffes Aktienpower AG offenbar nicht weiter kümmert.
Ganz im Gegenteil strebt er nach neuen Ufern. Ausweislich
einer Presseerklärung
im Mai 2008 möchte er nun europaweit expandieren.
"[D]ie AktienPower LifeSolutions AG [soll sich in Zukunft
außerdem] auf das Kerngeschäft bestehend aus Börsenseminaren
und der Vermarktung der selbst entwickelten Börsensoftware
AP-Watcher konzentrieren". Man trenne sich, so liest
man erstaunt weiter, von den "Altlasten" - gemeint
ist offenbar das für viele Anleger ruinöse Geschäft
mit dem Vertrieb wertloser Aktien an der aufgelösten
Aktienpower AG. Die verklausulierte
Formulierung, man trenne sich von Altlasten, dürfte der
Realität übrigens nicht sehr nahe kommen. Schließlich
war es nicht die freiwillige Entscheidung Cutis, die Unternehmen
seines Firmengeflechts aufzulösen. Staatlicherseits hatte
man wegen Verstößen gegen kapitalmarktrechtliche
Vorschriften die Zwangsschließung verfügt.
Trotz aller behördlicher
Maßnahmen und zahlreicher negativer Medienberichte (Börse
Online v. 10.6.2008, Börse
Online v. 16.4.2008, Ktipp
02/2008, Manager-Magazin
v. 1.4.2008, etc.) ist die
Aktienpower-Unternehmensgruppe weiterhin geschäftlich
aktiv. Selbst nach der Verfügung der BaFin luden Vertriebsmitarbeiter
der ehemaligen Aktienpower AG Anleger noch zu Seminaren im
April und Mai 2008 ein. Mittlerweile hat die Aktienpower LifeSolutions
AG offiziell das Ruder übernommen und preist ihre Leistungen
über die bekannte Website www.aktienpower.com an, als
sei nie etwas gewesen. Von der Zwangsschließung der
Vorgängerin Aktienpower AG und den damit im Zusammenhang
stehenden Verlusten der zahlreichen Anleger liest man ebenso
wenig wie von den strafrechtlichen Ermittlungen und der generell
in Branchenkreisen geübten Kritik an Cuti.
Auch für den geschlossenen "Aktienpower CFD-Fonds
´globalino´"
rühren die Vertriebsprofis weiterhin kräftig die Werbetrommel.
Über den Fonds will das zur Firmengruppe gehörende Unternehmen
Aktienpower CFD Fonds GmbH & Co. KG "24 % im Jahr (...) ´machen´".
Aus 10.000 Euro des Anlegers sollen so nach 12 Jahren 60.000
Euro werden zzgl. einer "hohen Gewinnausschüttung" nach dem
ersten Jahr. Diese Gewinnprognose wurde laut "globalino"-Informationsschreiben
und "globalino"-Prospekten von der gescheiterten
AktienPower AG "ohne rechnerische Grundlage" aufgestellt.
Erzielt werden sollen die Renditen mit Hilfe der "bewährten"
Börsenstrategien Cutis (mit so klangvollen Namen wie Platin
I, II, III oder Diamant V), der im Anlageausschuss des Fonds
sitzt. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Cutis bester
Freund "Schorschi". Bei dieser "Entdeckung"
(O-Ton Cuti: "Ich
hatte eines Tages zufällig eine Linie auf dem Bildschirm,
die nannte ich dann "Schorschi".) und vermeintlichen
Geheimwaffe Cutis handelt es sich um eine Kurve, die stets
im Voraus erkennen lassen soll, wann der richtige Zeitpunkt
zum Kauf oder Verkauf von Aktien ist.
Dass es sich nach dem Fiasko beim geplatzten Börsengang
erneut um ein hochriskantes Investment handelt, dürfte
klar sein. Auch dass das Unternehmen auf seiner Website www.globalino.de
lange Zeit nur als Briefkastenfirma
mit Postfachanschrift auftrat und durch Unterschlagung
einer ladungsfähigen Anschrift gegen impressumsrechtliche
Pflichten verstieß, gibt zu Spekulationen Anlass. Zweifelsohne
nehmen seriöse Unternehmen derlei Informationspflichten
bei Ihren Websiteauftritten ernst. Der Anleger mag sich seine
eigene Meinung bilden, warum Globalino diesen Mindestanforderungen
nicht genügte und - ob durch Zufall oder bewusst - erst
nach unserem Hinweis auf dieser Website vom 20.07.2008 das
Impressum korrigierte.
Zumindest die Haltedauer des Fonds bis Ende 2019 spricht Bände.
Zwar sind lange Laufzeiten für geschlossene Fonds nichts
Außergewöhnliches. Bei Cutis Vergangenheit und
Geschäftsgebaren dürften aber ernsthafte Zweifel
angebracht sein, ob Anleger ihm wirklich für die nächsten
mehr als 10 Jahre ihr Geld anvertrauen sollten. Ein vorzeitiger
Ausstieg des Anlegers ist jedenfalls nur schwer möglich,
die Investments des Fonds in Risikopapiere (sog. CFDs) machen
die Anlage zum Vabanquespiel, die Kosten für Vertrieb
und Marketing sowie die laufenden Kosten für die Komplementärin,
die das Magazin Börse
Online mit 17,3 % und 4,25 % p.a. ausweist, sind enorm
und beschwören geradezu die Fage herauf, ob das Konzept
realistischwerweise überhaupt aufgehen kann. Die Kosten
müssen jedenfalls erst einmal wieder eingespielt werden,
bevor der Anleger mit Gewinnen rechnen kann.
Sofern Sie Akten der liquidierten Aktienpower AG erworben
haben oder sich am Fonds Globalino beteiligt haben und sich
darüber beraten lassen möchten, ob Ihnen Schadensersatzansprüche
zustehen, kommen Sie bitte auf uns zu. Wir vertreten mittlerweile
zahlreiche geschädigte Anleger. Gerne sind wir Ihnen
behilflich und prüfen auch für Sie Ihre ggf. bestehenden
Rückforderungs- und Schadensersatzansprüche, um
sie so zügig wie möglich geltend zu machen - bundesweit
und mit Hilfe unserer Kooperationspartner auch grenzüberschreitend.
Melden Sie sich hierzu bitte bei uns - entweder per E-Mail
(info@winheller.com),
telefonisch (Hr. RA Andreas
Warkentin, 069 - 76 75 77 80) oder am einfachsten
mit dem unten stehenden Formular. Sie können uns die
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den ausgefüllten Fragebogen (linke Spalte auf dieser
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