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Die Fundus-Gruppe (www.fundus.de)
unter der Führung ihres Chefs Anno August Jagdfeld ist
seit vielen Jahren im Immobiliengeschäft aktiv. Über
5 Milliarden Euro an Investitionsvolumen hat Jagdfeld nach
eigenen Angaben bereits platziert. Rund 56.000 Anleger halten
Anteile an von Fundus aufgelegten geschlossenen Immobilienfonds.
Die mit am prestigeträchtigsten und bekanntesten Projekte
im Fundus-Portfolio sind zweifelsohne das Luxushotel Adlon
in Berlin und das Grand Hotel Heiligendamm. Beide Projekte
wurden von einer Vielzahl von Anlegern über geschlossene
Fonds der Fundus-Gruppe finanziert.
Einige Fundus-Fonds laufen jedoch nicht wie ursprünglich
prognostiziert. Sie konnten die hohen in sie gesteckten Erwartungen
nicht erfüllen und bescherten den Anlegern z.T. immense
Verluste. Ausschüttungen erfolgten in vielen Fällen
nur geringer als ursprünglich kalkuliert oder fielen
z.T. ganz aus. Schlimmer noch: in einigen Fällen mussten
die Anleger nahezu einen Totalverlust ihrer Einlagen hinnehmen.
Branchenkenner und Fondsanalyst Loipfinger erblickt in der
Leistungsbilanz der Fundus-Gruppe folgerichtig "ein Desaster".
Auch zahlreiche Medienberichte haben sich mit den Problemen
der Fundus-Fonds bereits befasst (Capital
v. 31.1.2008, Börsen-Zeitung v. 31.5.2007, Die Welt
v. 31.3.2006, Berliner
Morgenpost v. 31.3.2006, Welt-Online
v. 12.7.2005, etc.). Das Fachmagazin "Finanztest"
der Stiftung Warentest (Ausgabe 3/2007) setzte die Fundus-Fonds
27, 29 und 34 auf die "Warnliste". Finanztest bezeichnet
die Fonds als "risikobehaftete geschlossene Immobilienfonds",
die "weit hinter den Erwartungen der Anleger zurück[blieben]".
Auch das millionenschwere Prestigeobjekt Grand
Hotel Heiligendamm (Fundus-Fonds 34) kämpft seit Jahren
ums Überleben. Die Ausschüttungen an die Anleger
blieben bislang überwiegend aus. Die Lage spitzte sich
Mitte 2007 zu, als die Hypovereinsbank plötzlich einen
15-Millionen-Kredit fällig stellte. Viele Beobachter
vermuteten zum damaligen Zeitpunkt bereits das bevorstehende
Aus des Fonds.
Der G8-Gipfel, der im Juni 2007 im Grand Hotel Heiligendamm
stattfand und die Hotelanlage in aller Welt bekannt machte,
scheint dem Fonds allerdings gutgetan zu haben. Die Zahl der
Gäste stieg an. Nach eigenen Angaben der Initiatoren
in der Prospektergänzung vom 9.5.2008 konnte das Kreditverhältnis
mit der HypoVereinsbank mittlerweile geregelt und eine einvernehmliche
Lösung zur Tilgung des Darlehens bis Ende 2011 gefunden
werden. Der Fonds scheint daher heute zumindest nicht mehr
unmittelbar bedroht zu sein. Ob er nun endlich die von Anfang
an erhofften Renditen für die rd. 1850 Anleger einspielen
wird, bleibt allerdings weiterhin zweifelhaft. Die Auslastung
des Hotels scheint trotz allem nur mehr schlecht als recht
zu gelingen, auch wenn der Betreiber steigende Auslastungsgrade
verkündet. Ein wesentliches Problem, mit dem sich der
Fonds von Beginn an herumschlägt, dürfte die viel
zu teure Errichtung des Hotels sein. Sie belastet den Fonds
noch immer und erschwert das Erwirtschaften einer vernünftigen
Rendite für die Anleger.
Hauptkritikpunkt am Heiligendamm-Fonds dürften
insbesondere die persönlichen Verflechtungen der an der
Fondskonstruktion beteiligten Personen sein. Ausweislich des
Fondsprospekts ist Jagdfeld unmittelbar oder mittelbar über
nahe Angehörige an allen wichtigen Gesellschaften innerhalb
des Fondskonstrukts beteiligt: an der Beteiligungsgesellschaft,
an der Treuhandkommanditistin, am Generalemittenten sowie
am Verkäufer/Bauträger der Hotelimmobilien, der
hoteleigenen Golfanlage und der Ladeneinheiten.
Die Fundus-Gruppe nennt dies ausweislich ihrer Website vielsagend
"Dienstleistungen aus einer Hand" (siehe www.fundus.de
unter > Über die FUNDUS-Gruppe, 20.7.2008). Ob derlei
"Dienstleistungen aus einer Hand" dem Anleger zum
Vorteil gereichen, dürfte allerdings fraglich sein. Die
im Bereich geschlossener Fonds nicht selten anzutreffende
Machtfülle der Fondsinitiatoren führt zwingend zu
Interessenskollisionen, die der Anleger auszubaden hat.
Am einfachsten lässt sich die Problematik an der Vertragsbeziehung
zwischen dem Bauträger/Verkäufer der späteren
Fondsimmobile und der Fondsgesellschaft darstellen. Wird seitens
der Fondsgesellschaft ein überhöhter Kaufpreis an
den Verkäufer gezahlt, da es an einem tatsächlich
fairen Aushandeln des Preises wie unter fremden Dritten mangelt,
benachteiligt dies unmittelbar den Fondsanleger. Er zahlt
für die Fondsimmobilie zu viel. Der Bauträger und
die hinter ihm stehenden Personen können hingegen einen
schönen Gewinn einstreichen. Entsprechende Presseberichte
lassen darauf schließen, dass vergleichbares auch beim
Fundus-Fonds 34 geschehen sein könnte (siehe Wirtschaftswoche
v. 8.5.2007).
Die Fundus-Anleger sollten sich im Kampf um
ihre Anlage ausführlich beraten und wirksam vertreten
lassen. Die derzeitige Situation bedarf einer umfassenden
rechtlichen Überprüfung, um eine konkrete Empfehlung
für das weitere Vorgehen erteilen zu können. Viele
Anleger haben sich bereits dazu entschlossen, fachlichen Rat
in Anspruch zu nehmen und ihre Rechte - auch klageweise -
durchzusetzen. Betroffen sind z.B. die Fundus Fonds 27 (Bürohaus
Pyramide, siehe hierzu das Urteil des LG Aachen, Az. 1 O 419/07
v. 27.03.2008, das die Fundus-Fonds-Verwaltungs GmbH zur Auszahlung
von Vorzugsausschüttungen verurteilte) und 29 (Gutenberg-Galerie).
Im Einzelfall denkbar sind bspw. Ansprüche der Anleger
gegen die beratenden Vermittler oder Banken, die die Fondsbeteiligungen
vermittelten und hierbei ggf. nicht auf das Totalverlustrisiko
oder aber Ungereimtheiten im Hause der Bauträgergesellschaft
(vgl. Capital
v. 22.2.2006) hinwiesen, oder aber auch Ansprüche
gegen die Bauträgergesellschaft, die Treuhandgesellschaft
oder die Fondsgesellschaft selbst. Nach neuer BGH-Rechtsprechung
sind derlei Klagen z.T. noch viele Jahre nach Beitritt zum
Fonds möglich.
Auch die Anleger des Fundus-Fonds
34 (Grand Hotel Heiligendamm) haben Grund genug, ihre Fondsbeteiligung
kritisch zu hinterfragen und rechtlich überprüfen
zu lassen. In aller Regel ist es dringend anzuraten, die Fondsbeteiligung
zu einem Zeitpunkt rechtlich zu überprüfen, zu dem
es noch nicht "zu spät" ist. Ist ein Fonds
erst einmal der Insolvenz nahe und eine Vielzahl von Anlegern
darum bemüht, zu retten, was noch zu retten ist, ist
die Anspruchsverfolgung für den einzelnen Anleger ungleich
schwieriger und der Erfolg der Bemühungen ungewiss.
Gerne sind wir Ihnen behilflich, Ihre Ansprüche zu prüfen
und so zügig wie möglich duchzusetzen - bundesweit.
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