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Fundus-Fonds Heiligendamm etc.: Schadensersatz? - Update v. 20.7.08
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Fundus Fonds: schwache Leistungsbilanz
Die Fundus-Gruppe (www.fundus.de) unter der Führung ihres Chefs Anno August Jagdfeld ist seit vielen Jahren im Immobiliengeschäft aktiv. Über 5 Milliarden Euro an Investitionsvolumen hat Jagdfeld nach eigenen Angaben bereits platziert. Rund 56.000 Anleger halten Anteile an von Fundus aufgelegten geschlossenen Immobilienfonds. Die mit am prestigeträchtigsten und bekanntesten Projekte im Fundus-Portfolio sind zweifelsohne das Luxushotel Adlon in Berlin und das Grand Hotel Heiligendamm. Beide Projekte wurden von einer Vielzahl von Anlegern über geschlossene Fonds der Fundus-Gruppe finanziert.

Einige Fundus-Fonds laufen jedoch nicht wie ursprünglich prognostiziert. Sie konnten die hohen in sie gesteckten Erwartungen nicht erfüllen und bescherten den Anlegern z.T. immense Verluste. Ausschüttungen erfolgten in vielen Fällen nur geringer als ursprünglich kalkuliert oder fielen z.T. ganz aus. Schlimmer noch: in einigen Fällen mussten die Anleger nahezu einen Totalverlust ihrer Einlagen hinnehmen.

Branchenkenner und Fondsanalyst Loipfinger erblickt in der Leistungsbilanz der Fundus-Gruppe folgerichtig "ein Desaster". Auch zahlreiche Medienberichte haben sich mit den Problemen der Fundus-Fonds bereits befasst (Capital v. 31.1.2008, Börsen-Zeitung v. 31.5.2007, Die Welt v. 31.3.2006, Berliner Morgenpost v. 31.3.2006, Welt-Online v. 12.7.2005, etc.). Das Fachmagazin "Finanztest" der Stiftung Warentest (Ausgabe 3/2007) setzte die Fundus-Fonds 27, 29 und 34 auf die "Warnliste". Finanztest bezeichnet die Fonds als "risikobehaftete geschlossene Immobilienfonds", die "weit hinter den Erwartungen der Anleger zurück[blieben]".

Grand Hotel Heiligendamm: Prestigeobjekt als Fehlinvestment?
Auch das millionenschwere Prestigeobjekt Grand Hotel Heiligendamm (Fundus-Fonds 34) kämpft seit Jahren ums Überleben. Die Ausschüttungen an die Anleger blieben bislang überwiegend aus. Die Lage spitzte sich Mitte 2007 zu, als die Hypovereinsbank plötzlich einen 15-Millionen-Kredit fällig stellte. Viele Beobachter vermuteten zum damaligen Zeitpunkt bereits das bevorstehende Aus des Fonds.

Der G8-Gipfel, der im Juni 2007 im Grand Hotel Heiligendamm stattfand und die Hotelanlage in aller Welt bekannt machte, scheint dem Fonds allerdings gutgetan zu haben. Die Zahl der Gäste stieg an. Nach eigenen Angaben der Initiatoren in der Prospektergänzung vom 9.5.2008 konnte das Kreditverhältnis mit der HypoVereinsbank mittlerweile geregelt und eine einvernehmliche Lösung zur Tilgung des Darlehens bis Ende 2011 gefunden werden. Der Fonds scheint daher heute zumindest nicht mehr unmittelbar bedroht zu sein. Ob er nun endlich die von Anfang an erhofften Renditen für die rd. 1850 Anleger einspielen wird, bleibt allerdings weiterhin zweifelhaft. Die Auslastung des Hotels scheint trotz allem nur mehr schlecht als recht zu gelingen, auch wenn der Betreiber steigende Auslastungsgrade verkündet. Ein wesentliches Problem, mit dem sich der Fonds von Beginn an herumschlägt, dürfte die viel zu teure Errichtung des Hotels sein. Sie belastet den Fonds noch immer und erschwert das Erwirtschaften einer vernünftigen Rendite für die Anleger.

"Dienstleistungen aus einer Hand" = Interessenskollisionen
Hauptkritikpunkt am Heiligendamm-Fonds dürften insbesondere die persönlichen Verflechtungen der an der Fondskonstruktion beteiligten Personen sein. Ausweislich des Fondsprospekts ist Jagdfeld unmittelbar oder mittelbar über nahe Angehörige an allen wichtigen Gesellschaften innerhalb des Fondskonstrukts beteiligt: an der Beteiligungsgesellschaft, an der Treuhandkommanditistin, am Generalemittenten sowie am Verkäufer/Bauträger der Hotelimmobilien, der hoteleigenen Golfanlage und der Ladeneinheiten.

Die Fundus-Gruppe nennt dies ausweislich ihrer Website vielsagend "Dienstleistungen aus einer Hand" (siehe www.fundus.de unter > Über die FUNDUS-Gruppe, 20.7.2008). Ob derlei "Dienstleistungen aus einer Hand" dem Anleger zum Vorteil gereichen, dürfte allerdings fraglich sein. Die im Bereich geschlossener Fonds nicht selten anzutreffende Machtfülle der Fondsinitiatoren führt zwingend zu Interessenskollisionen, die der Anleger auszubaden hat.
Am einfachsten lässt sich die Problematik an der Vertragsbeziehung zwischen dem Bauträger/Verkäufer der späteren Fondsimmobile und der Fondsgesellschaft darstellen. Wird seitens der Fondsgesellschaft ein überhöhter Kaufpreis an den Verkäufer gezahlt, da es an einem tatsächlich fairen Aushandeln des Preises wie unter fremden Dritten mangelt, benachteiligt dies unmittelbar den Fondsanleger. Er zahlt für die Fondsimmobilie zu viel. Der Bauträger und die hinter ihm stehenden Personen können hingegen einen schönen Gewinn einstreichen. Entsprechende Presseberichte lassen darauf schließen, dass vergleichbares auch beim Fundus-Fonds 34 geschehen sein könnte (siehe Wirtschaftswoche v. 8.5.2007).

Prüfung der Ansprüche des Anlegers empfehlenswert
Die Fundus-Anleger sollten sich im Kampf um ihre Anlage ausführlich beraten und wirksam vertreten lassen. Die derzeitige Situation bedarf einer umfassenden rechtlichen Überprüfung, um eine konkrete Empfehlung für das weitere Vorgehen erteilen zu können. Viele Anleger haben sich bereits dazu entschlossen, fachlichen Rat in Anspruch zu nehmen und ihre Rechte - auch klageweise - durchzusetzen. Betroffen sind z.B. die Fundus Fonds 27 (Bürohaus Pyramide, siehe hierzu das Urteil des LG Aachen, Az. 1 O 419/07 v. 27.03.2008, das die Fundus-Fonds-Verwaltungs GmbH zur Auszahlung von Vorzugsausschüttungen verurteilte) und 29 (Gutenberg-Galerie). Im Einzelfall denkbar sind bspw. Ansprüche der Anleger gegen die beratenden Vermittler oder Banken, die die Fondsbeteiligungen vermittelten und hierbei ggf. nicht auf das Totalverlustrisiko oder aber Ungereimtheiten im Hause der Bauträgergesellschaft (vgl. Capital v. 22.2.2006) hinwiesen, oder aber auch Ansprüche gegen die Bauträgergesellschaft, die Treuhandgesellschaft oder die Fondsgesellschaft selbst. Nach neuer BGH-Rechtsprechung sind derlei Klagen z.T. noch viele Jahre nach Beitritt zum Fonds möglich.

Auch die Anleger des Fundus-Fonds 34 (Grand Hotel Heiligendamm) haben Grund genug, ihre Fondsbeteiligung kritisch zu hinterfragen und rechtlich überprüfen zu lassen. In aller Regel ist es dringend anzuraten, die Fondsbeteiligung zu einem Zeitpunkt rechtlich zu überprüfen, zu dem es noch nicht "zu spät" ist. Ist ein Fonds erst einmal der Insolvenz nahe und eine Vielzahl von Anlegern darum bemüht, zu retten, was noch zu retten ist, ist die Anspruchsverfolgung für den einzelnen Anleger ungleich schwieriger und der Erfolg der Bemühungen ungewiss.

Gerne sind wir Ihnen behilflich, Ihre Ansprüche zu prüfen und so zügig wie möglich duchzusetzen - bundesweit. Melden Sie sich hierzu bitte bei uns - entweder per E-Mail (info@winheller.com), telefonisch (Hr. RA Andreas Warkentin, 069 - 76 75 77 80) oder am einfachsten mit dem unten stehenden Formular. Wir kommen unverzüglich auf Sie zurück!



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