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Jahresabschluss mit Kryptowährungen

Ein Jahresabschluss umfasst typischerweise

  • die Bilanz,
  • die Gewinn- und Verlustrechnung,
  • den Anhang und
  • ggf. den Lagebericht für ein Unternehmen.

Schon heute finden sich Kryptowährungen in Jahresabschlüssen. Spätestens aber, wenn das erste marktbeherrschende Unternehmen eine eigene Kryptowährung einführt (z.B. Facebooks „Diem“, vormals: „Libra“), werden millionenfach Zahlungsvorgänge in Kryptowährungen erfolgen. Es wird dann eher die Regel als die Ausnahme sein, dass Kryptowährungen Eingang in die Buchführung und Bilanzierung finden.  

Wie werden Kryptowährungen im Jahresabschluss abgebildet?

Kryptowerte können in zahlreichen Formen im Jahresabschluss auftauchen. Sie können je nach Verwendung Teil des Anlagevermögens sein (bei langfristigem Verbleib) oder Teil des Umlaufvermögens (bei schneller Weiterverwendung). Sie können aber auch sonstige immaterielle Wirtschaftsgüter sein oder Warenbestand.

Sie können wie Geld zur Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen benutzt werden und damit sowohl zu Aufwand als auch zu Ertrag führen. Sie können der Unternehmensfinanzierung dienen oder Vorauszahlungen auf künftige Umsätze wie Gutscheine sein. Da sie nicht auf Euro lauten, muss regelmäßig eine Bewertung in Form einer Umrechnung vorgenommen werden.

Kryptowährungen können nicht wie Fremdwährungen behandelt werden

Kryptowerte werden nicht auf gewöhnlichen Bankkonten, sondern auf sogenannten Wallets gespeichert. Bewegungen in diesen Depots müssen für einen erfolgreichen Jahresabschluss korrekt verbucht werden. Buchungsprobleme bei Wallets mögen vielen Buchhaltern zunächst trivial erscheinen. Man könnte meinen, mit einer einfachen Analogie zu Fremdwährungskonten wäre es getan. Doch dem ist leider nicht so.

Es gibt eine Vielzahl von Fragestellungen, die zu klären sind, die nicht gleich bei der ersten fachlichen Auseinandersetzung mit der Thematik ins Auge springen. Im Folgenden möchten wir einige Beispiele nennen: 

Wenig Gemeinsamkeit mit Transaktionen auf Bankkonto

Zunächst ist umstritten, ob eine Kryptowährung ein Wirtschaftsgut sein kann. Meist wird sie als ein „sonstiges immaterielles Wirtschaftsgut“ eingeordnet. Es gibt aber auch Stimmen, die sagen, eine Aufnahme in die Bilanz komme per se nicht in Frage, da die Transferregelungen in der Blockchaintechnologie so ausgestaltet seien, dass die entsprechenden Coins immer mit einer aufschiebenden Bedingung belegt seien. Diese aufschiebende Bedingung werde nur nach Anstoßen der Transaktion geprüft und erfüllt. Dass die Erfüllung eine so hohe Wahrscheinlichkeit hat, dass sie fast zur Sicherheit wird, ändere nichts an der Tatsache, dass jede aufschiebende Bedingung eine Bilanzierung auf der Aktivseite der Bilanz verhindere.

Der naheliegende Vergleich mit Transaktionen auf Bankkonten greift nicht ohne Weiteres, da dort meist eine Forderung in Höhe des Bestandes gegen die Bank vorliegt. Das ist bei Kryptowährungen i.d.R. nur bei Guthaben auf Börsenplätzen der Fall. Auf eigenen Wallets gibt es eine solche Forderung gerade nicht.

Mining und Staking im Jahresabschluss

Werden durch die Teilnahme an den Peer-to-Peer-Netzwerken entweder durch Masternodes oder durch speziell ausgerüstete Rechner Kryptowährungen selbst erzeugt, ist die Frage zu klären, zu welchem Wert neu geschaffene und in das Betriebsvermögen zugeflossene Coins zu verbuchen sind.

Hier gilt es, eventuelle steuerliche Aktivierungsverbote zu beachten. Die Herstellungskosten weichen regelmäßig deutlich von den Marktwerten der Kryptowährungen ab.
 

Bestände in Kryptowährungen: Teilwertabschreibungen, Wertaufholung, Verbrauchsfolgeverfahren

Sind zum Bilanzstichtag Bestände an Kryptowährungen vorhanden, ist zu prüfen, zu welchem Wert diese in der Bilanz auszuweisen sind:

  • Sind die Anschaffungskosten maßgebend oder kann/muss ggf. eine Teilwertabschreibung vorgenommen werden?
  • Was ist zu tun, wenn seit dem Bilanzstichtag die Werte wieder angestiegen sind?
  • Handelt es sich um einen werterhellenden oder einen wertbegründenden Sachverhalt mit jeweils unterschiedlichen bilanziellen Rechtsfolgen?

Für börsengehandelte Kryptowährungen wird man hier die Analogien zu börsennotierten Wertpapieren ziehen können. Daneben ist jedoch zu prüfen, ob die Kryptowährungen ggf. Warenbestand darstellen, falls es zum Unternehmenszweck gehört, mit Kryptowährungen zu handeln. Ist das der Fall, ist zu prüfen, welches Verbrauchsfolgeverfahren anzuwenden ist (Fifo, Lifo oder Durchschnittsmethode).

Forderungen in Kryptowährungen

Ähnliche Fragen tauchen auf, wenn Dienstleistungen oder Lieferungen gegen Kryptowährungen verkauft werden und die Beträge zum Bilanzstichtag noch nicht beglichen sind. Wird die Zahlung mit Kryptowährungen wahlweise statt in Euro an Erfüllungs statt durchgeführt oder war die Bezahlung mit Kryptowährungen von vornherein ausschließlich durch Krypto geplant?

Verbindlichkeiten in Kryptowährungen

Analogien zu Fremdwährungen wird man auch ziehen müssen, wenn es um die Bewertung von Verbindlichkeiten geht, die auf Kryptowährungen lauten. Grundsätzlich gehen Verbindlichkeiten mit dem Wert in die Buchhaltung ein, den sie im Zeitpunkt des Leistungsaustauschs haben. Doch was ist zu tun, wenn zum Bilanzstichtag die Umrechnungskurse gestiegen oder gefallen sind? Wann sind etwaige Kursschwankungen in der Bilanz auszuweisen?

Dienstleistungen gegen Krypto

Immer wieder erbringen Berater Dienstleistungen für Krypto-Start-ups. Sehr oft erfolgt dann die Vergütung in selbst emittierten Kryptowährungen. Natürlich stellt die erbrachte Dienstleistung einen Umsatz dar. Doch häufig kommt es zu einem Auseinanderfallen von Leistungs- und Auszahlungszeitpunkt, zumal die Kryptowährungen ja oft erst noch geschaffen werden.

Auch hier tauchen die Fragen der Bewertung zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf:

  • Wann ist welcher Wert maßgebend, insbesondere wenn es keine Börsennotierung gibt?
  • Was ist, wenn sich die Werte zwischen der Leistungserbringung und der späteren Auszahlung drastisch verändern?

Gerade in der Gründungsphase werden meist anfänglich sehr niedrige Preise aufgerufen, die im Verlauf der Erreichung einzelner Meilensteine dann schnell ansteigen können. Unterschiedliche Bewertungen können hier massive Gewinnunterschiede in einzelnen Perioden bewirken.

Laufende Verbuchung von Kryptowährungshandel

Nicht erst bei der Bilanzierung, sondern bereits bei der monatlichen Verbuchung stehen Kryptounternehmen vor erheblichen Herausforderungen. Aus einer Transaktion auf der Blockchain können bis zu vier Buchungssätze werden, die teilweise auch noch Mehrfachumrechnungen notwendig machen (von Krypto zu Fremdwährung zu Euro). Die laufende Verbuchung von Kryptotransaktionen stellt damit eine hohe Hürde für Unternehmen dar.

Während vereinzelt vorkommenden Kryptotransaktionen noch mit dem normalen Handwerkszeug eines Buchhalters begegnet werden kann, stoßen herkömmliche Programme an ihre Grenzen, wenn es um die Verbuchung einer Vielzahl von Bewegungen auf Börsenplätzen geht. Softwareprogramme am Markt sind in der Regel darauf ausgelegt, Steuerreports für private Kryptoinvestoren zu liefern. Die betriebliche Verbuchung unterstützen diese Tools nicht. 
 

CoinAccountant - Cloudbasierte Buchhaltungssoftware* für Kryptotransaktionen 

Mit einem, soweit ersichtlich, deutschlandweit einzigartigen Service wartet die Kanzlei WINHELLER auf: die teilautomatisierte Buchhaltung für Unternehmen, die Kryptotransaktionen bilanzieren. Unter Zuhilfenahme der Software* CoinAccountant können komplizierte Vorgänge und Abertausende von Transaktionen von Kryptowährungen automatisiert und rechtssicher in die Finanzbuchhaltung übernommen werden. 

Die wichtigsten Fakten zu CoinAccountant:

  • Unterstützung der wichtigsten Handelsplattformen (per API-Schnittstelle): Bitcoin.de, Bitfinex, Bitstamp, Binance, Binance Futures, BitMEX, Fireblocks, FTX, CEX.io, Kraken, Kraken Futures, Liquid, Okex, Poloniex, Coinbase Pro und Deribit. Weitere Börsen können auf Wunsch per API eingebunden werden. Bei nicht eingebundenen Börsen kann ein manueller CSV-Import erfolgen.
  • Verarbeitung sämtlicher Kryptotransaktionen: gewöhnliche Trades (Kauf / Verkauf) – gegen Kryptowährung oder FIAT), Transfers auf verschiedene Wallets, Derivate und sonstige Buchungen, z.B. AirDrops
  • Erfassung aller Tokenarten, auch im Rahmen von Initial Coin Offerings (ICOs)
  • API- oder manueller CSV-Import von Trades und Transfers verschiedener Börsen 
  • Umwandlung in ein einheitliches CSV-Format, das in DATEV eingelesen und dort weiterverarbeitet werden kann. 
  • Automatische Umrechnung jeder Transaktion in Euro
  • Automatische Erstellung eines Belegs für jede Bewegung
  • Automatische Erstellung einer Datei mit den Beständen der einzelnen Kryptowährungen auf den einzelnen Börsen am Ende eines wählbaren Periodenzeitraums

Interessiert? Dann kontaktieren Sie uns direkt unter Tel. 069 / 76 75 77 80 oder per E-Mail: info@winheller.com. Gerne beantworten wir Ihre Fragen und erstellen Ihnen ein individuelles Angebot.

Produktdatenblatt CoinAccountant

Auf unserem Produktdatenblatt finden Sie alle wichtigen Informationen zu CoinAccountant übersichtlich zusammengefasst. Sie können es als PDF hier herunterladen

Unsere Beratungsleistungen

Über die automatisierte Kryptobuchhaltung hinaus unterstützen unsere erfahrenen Steuerberater und Steueranwälte Sie bei

  • gutachterlichen Stellungnahmen zur Ausgabe von Kryptowährungen,
  • der Aufstellung von kryptobezogenen Jahresabschlüssen,
  • der Buchführung für Kryptounternehmen und
  • der Aufbereitung von Kryptotransaktionen für die Finanzbuchhaltung.

Ihre Berater für den Jahresabschluss mit Kryptowährungen

Gern unterstützen wir Sie bei der Buchführung und der Aufstellung Ihres Jahresabschlusses. Ihre Experten für die Bilanzierung von Kryptowerten sind Jürgen Schwendemann (Steuerberater) sowie Erik Stephan (Steuerassistent). Sie erreichen uns am einfachsten per E-Mail (info@winheller.com) oder telefonisch unter 069 / 76 75 77 80.

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* Programmiert durch die First Coin GmbH

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