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- Lutz Auffenberg

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Ethereum und Smart Contracts

Blockchain Contracts - Programmierte Verträge

Neben Bitcoin ist Ethereum die wohl bekannteste virtuelle Währung. Im Gegensatz zu Bitcoin steht bei Ethereum die Verwendung als Bezahlmittel jedoch nicht im Vordergrund. Vielmehr versteht sich Ethereum als eine Plattform für sogenannte „Smart Contracts“.

Smart Contracts sind internetbasierte Verträge, deren Vertragsbedingungen mittels einer Programmiersprache festgelegt werden. Nachdem der Vertrag abgeschlossen wurde, prüft er fortlaufend und selbstständig, ob eine der vorher definierten Vertragsbedingungen eingetreten ist. Sobald dies der Fall ist, erfüllt er den anderen Teil automatisch. Hierdurch verspricht man sich schnelle und kosteneffiziente Verträge, die zudem einen deutlichen Mehrwert an Rechtssicherheit gewähren.

Automatisierte Kaufverträge und autonome Unternehmen

So können zum Beispiel automatisierte Kaufverträge geschlossen werden, bei denen die Zahlung automatisch angewiesen wird, wenn die Post erfolgreich das Paket mit der Ware geliefert hat. Auch Versicherungsverträge könnten so zumindest teilweise automatisiert werden. So denkt die Blockchain Insurance Industry Initiative (B3i), die aus mehreren großen Versicherern besteht, darüber nach, die Vertragssumme einer Elementarschädenversicherung automatisch auszuzahlen, wenn am Ort des versicherten Gebäudes ein Erdbeben oder eine Überschwemmung stattfindet. Mehrere Smart Contracts können auch zusammengefasst werden, so dass sie sich gegenseitig bedingen oder ausschließen. Prinzipiell könnte so ein komplett autonom handelndes, dezentrales Unternehmen entstehen. 

Ethereum und virtualisierte Assets

Smart Contracts sind jedoch nicht die einzige Anwendungsmöglichkeit für Ethereum. Die Ethereum-Blockchain ermöglicht es seinen Anwendern, eigene digitale Token zu erstellen. Diese Token können wiederum mit einem Smart Contract verbunden werden. Dies ermöglicht es zum Beispiel, das Eigentum an realen Gütern sicher über eine Blockchain nachzuvollziehen. Dies ist besonders für seltene und teure Waren wie Diamanten, Kunst oder Goldbarren sinnvoll.

Auch staatliche Register können durch digitalisierte Assets ersetzt werden. Anwendungsbeispiele hierfür sind beispielsweise das Patentregister oder das Grundbuch. Anstatt eines zeitraubenden Prozesses vor dem Notar und dem Grundbuchamt, würde die Übereignung eines Grundstückes so nur noch Sekunden brauchen.

Auch Finanzinstrumente sind prädestiniert dafür, auf der Ethereum-Blockchain virtualisiert zu werden. So könnte ein Unternehmen Anleihen oder Genussscheine als digitale Token emittieren. Anleger können diese dann genauso einfach zeichnen und handeln wie an der Börse. Per Smart Contract könnten sie auch so programmiert werden, dass sie automatisch ihren Coupon an den jeweiligen Eigner auszahlen. Sogar die Ausübung von Stimmrechten über die Blockchain wäre eine denkbare Option. Gerade für kleinere Unternehmen die sich per Crowdfunding finanzieren wollen, ermöglicht Ethereum somit eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, ohne sich vorher an einer Börse registrieren zu müssen.

Ethereum als Grundlage für Internet-of-Things

Weitere mögliche Anwendungsbereiche für Ethereum sind die Rechteverwertung und der Einsatz im Internet-of-Things. Im Bereich Rechteverwertung gibt es heute noch sogenannte Verwertungsgesellschaften wie die VG Wort oder die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA). Künstler können ihre Werke bei diesen Gesellschaften anmelden. Diese übernehmen dann die Lizenzierung der Werke und die Ausschüttung der Tantiemen. Das System, nach dem die Gelder ausgeschüttet werden, ist teilweise schwer verständlich und war zuletzt Gegenstand mehrerer Gerichtsverfahren. Wird die Rechteverwertung über das Ethereum-Netzwerk abgewickelt, könnten diese Mittelsmänner wegfallen und die Künstler könnten die ihnen zustehenden Tantiemen direkt, transparent und nachvollziehbar erhalten.

Auch für das Internet-of-Things könnte Ethereum zur weltweiten Grundlagentechnologie werden. Wenn Automobile, Lampen, Kühlschränke und Türschlösser miteinander kommunizieren, bedarf es einer Sprache, die alle verstehen. Ethereum als kaum manipulierbares, störungsresistentes und schnelles Netzwerk hat das Potential, diese gemeinsame Schnittstelle zu werden.

Rechtliche Hürden umschiffen

So spannend und facettenreich diese neue Technologie auch ist, muss sie sich doch in das Korsett der existierenden Gesetze einfügen. Hier lauern noch allerlei Fallstricke, die vorsichtig umgangen werden müssen. Wer zum Beispiel Finanzinstrumente über Ethereum emittieren möchte, wird sich an das Bankaufsichtsrecht halten müssen. Bei Smart Contracts stellt sich die Frage, welche zivilrechtlichen Normen gelten und wie diese Verträge ausgelegt werden, falls sie aufgrund eines Programmierungsfehlers nicht so funktionieren wie geplant. Soll Eigentum über die Blockchain übertragen werden, sind wiederum die Eigenarten des Sachenrechts zu beachten.

Falls Sie oder Ihr Unternehmen in diesem Bereich eine innovative Produktidee haben, bedarf es für die Umsetzung einer kompetenten rechtlichen Beratung. Dabei kommt es nicht nur auf herausragende rechtliche Expertise an, sondern auch auf ein eingehendes Verständnis der Funktionsweise von Ethereum und der Blockchain-Technologie.

Unsere Kanzlei begleitet seit Jahren Unternehmen im Bitcoin- und Blockchainbereich. Wir stehen im ständigen Kontakt mit den Aufsichtsbehörden und sind auch international mit zahlreichen Experten bestens vernetzt. Rechtsanwalt Lutz Auffenberg (Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht) spricht regelmäßig auf internationalen Fachkonferenzen zu den rechtlichen Entwicklungen rund um die Themen Ethereum und Blockchain.

Ihr Anwalt für Smart Contracts und Ethereum

Ethereum und Smart Contracts

Sie suchen Rechtsrat und möchten programmierte Verträge zur Anwendung bringen? Wir vertreten Sie kompetent gegenüber den Aufsichtsbehörden und stellen auch die Rechtsbeziehungen zu Ihren Kunden auf ein sicheres rechtliches Fundament. Ihre Ansprechpartner zu allen Fragen rund um Ethereum, Blockchain-Verträge, Smart Contracts sind Fachanwalt Lutz Auffenberg (Bank- und Kapitalmarktrecht) sowie Rechtsanwalt Philipp Meier. Sie erreichen uns am einfachsten per E-Mail unter info@winheller.com oder gerne auch telefonisch (069 / 76 75 77 80).

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