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Finanzierung für Vereine und gemeinnützige Organisationen

Projektfinanzierung für soziale und gemeinnützige Einrichtungen sowie Religionsgemeinschaften

Auch Marktteilnehmer des sog. dritten Sektors müssen gelegentlich größere Summen investieren, um ihren vielfältigen Aufgaben nachkommen zu können. Je nach Größe und Tätigkeitsfeld müssen Immobilien modernisiert, neue Ausrüstung angeschafft oder ganz neue Projekte finanziert werden. Mitunter wird man dabei auf freie Rücklagen oder Spenden zurückgreifen können. Manchmal sind diese Mittel aber nicht ausreichend, weil der Bedarf die vorhandenen Reserven übersteigen würde.

In solchen Fällen müssen die notwendigen Mittel häufig über einen Bankkredit beschafft werden. Der Kapitalmarkt bietet jedoch noch weitere Möglichkeiten der Finanzierung.

Liegt zum Beispiel ein projektbezogener, einmaliger Kapitalbedarf vor, kann die Emission einer sog. Vermögensanlage nach dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) für soziale und gemeinnützige Einrichtungen und Religionsgemeinschaften besonders interessant sein.

Leichter Einstieg in den Kapitalmarkt mit Vermögensanlagen

Das VermAnlG ist ein recht junges Gesetz. Es wurde erst 2011 erlassen, seitdem aber bereits mehrfach überarbeitet. Sein Erlass sollte vor allem dem Anlegerschutz dienen und noch vorhandene Regulierungslücken schließen. Anlass war die Insolvenz des Windenergieerzeugers Prokon, durch die viele Anleger Geld verloren hatten. Kommerziell arbeitende Anbieter müssen seitdem wesentlich strengere Anforderungen erfüllen und insbesondere einen Verkaufsprospekt erstellen.

Trotz der neuen Hürden hat der Gesetzgeber die Chance genutzt, das VermAnlG auch nicht kommerziell arbeitenden Organisationen zu öffnen. Für die Finanzierung sozialer und gemeinnütziger Projekte und Religionsgemeinschaften greifen daher zahlreiche Ausnahmen.

Die größte Erleichterung ist die Befreiung von der Prospektpflicht, sofern der Finanzierungsaufwand 2,5 Mio. Euro nicht übersteigt, da die Erstellung von Verkaufsprospekten mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist. Für Nonprofit Organisationen (NPOs), die sich auf diese Weise Mittel beschaffen möchte, genügt daher die Erstellung geeigneter Verträge, die direkt mit den Investoren abgeschlossen werden. Hinzu kommt außerdem die Veröffentlichung eines sog. Vermögensanlagen-Informationsblattes. 

Nachrangdarlehen und partiarische Darlehen für NPOs

Als Mittel der Refinanzierung sieht das VermAnlG für soziale, gemeinnützige und religiöse Einrichtungen Nachrangdarlehen und partiarische Darlehen vor, die sich für deren Finanzierungszwecke im Allgemeinen sehr gut eignen. Beispiele für eine Finanzierung können sein:

  • Renovierung einer Immobilie (z.B. eines Kindergartens oder einer Pflegeeinrichtung)
  • Anschaffung neuer Fahrzeuge oder Ausrüstung
  • Jugendprojekte

Bei Nachrangdarlehen handelt es sich um Kreditverhältnisse, die sich von herkömmlichen Darlehensverträgen durch eine sog. qualifizierte Nachrangabrede unterscheiden. Hierdurch tritt der Darlehensgeber mit seinen Forderungen im Rang hinter alle übrigen Gläubiger zurück, wofür er im Gegenzug aber regelmäßig eine etwas höhere Verzinsung erhält, die in den hier behandelten Fällen jedoch auf 1,5 % begrenzt ist.

Der sog. Rangrücktritt des Darlehensgebers erhöht zwar rein rechtlich sein Risiko, jedoch dürfte das tatsächliche Risiko bei Investitionen in eine soziale, gemeinnützige oder religiöse Einrichtung eher gering sein. Das erleichtert Investoren die Akzeptanz der ansonsten generell kritisch zu beurteilenden Nachrangklausel.

Bei partiarischen Darlehen erhält der Darlehensgeber keine feste Verzinsung, sondern er wird nach vertraglich vereinbarten Konditionen am Unternehmenserfolg beteiligt. Derartige Vereinbarungen vermeiden einen permanenten Kapitaldienst und sind deshalb bestens geeignet, die Zinslast der Leistungsfähigkeit des Unternehmens anzupassen.

Im Fall von sozialen, gemeinnützigen und religiösen Einrichtungen dürfte jedoch nur das Nachrangdarlehen praktisch relevant sein, da eine Beteiligung Dritter am Erfolg der Einrichtung in Form von Ausschüttungen grundsätzlich nicht erlaubt ist.

Kostenvorteile gegenüber Bankfinanzierungen

Die Ausgabe einer Vermögensanlage kann verschiedene Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Bankfinanzierung haben. Nicht zuletzt wegen des sich abzeichnenden Endes der Niedrigzinsphase lohnt es sich, auch nach anderen Geldquellen Ausschau zu halten. Dadurch lassen sich nicht nur die Finanzierungskosten für die Kapitalüberlassung als solcher reduzieren, es fallen auch keine banküblichen Gebühren und Kosten an.

Die für die Auflegung einer Vermögensanlage im sozialen, gemeinnützigen oder religiösen Bereich notwendigen Beratungskosten sind gegenüber einer herkömmlichen Vermögensanlage ebenfalls geringer, da der erhebliche Aufwand für die Prospekterstellung und das Billigungsverfahren bei der BaFin mitsamt den dafür anfallenden Gebühren entfällt.

Hinsichtlich der weiteren Entscheidungsfindung innerhalb der Einrichtung hat die Hereinnahme privater Nachrangdarlehen oder partiarischer Darlehen den weiteren Vorteil, dass eine Einflussnahme der Darlehensgeber auf die Geschäfte der Einrichtung vermieden wird. Anders als im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Banken ist beispielsweise die Forderung nach Sicherheiten ausgeschlossen und es erfolgt keine Kontrolle hinsichtlich der Mittelverwendung. Damit kann Planungssicherheit bei den Gesamtkosten der Finanzierung gewährleistet werden.

Vermarktung auch unter eigenen Vereinsmitgliedern

Die Finanzierung sozialer, gemeinnütziger oder religiöser Vorhaben ist zudem immer von starken ideellen Motiven geprägt. Dieser Umstand kann im Rahmen der Vermarktung von Vermögensanlagen gut genutzt werden. Denn bei den Interessenten der Vermögensanlagen dürfte in der Regel damit zu rechnen sein, dass diese die ideellen Motive teilen, die die Einrichtung generell und mit dem zu finanzierenden Vorhaben konkret verfolgt. Unter den eigenen Mitgliedern wird sich eine Vermögensanlage daher besonders gut vermarkten lassen.

Professionelle Beratung durch den Marktführer im Gemeinnützigkeitsrecht

Ihr Anwalt für die Finanzierung für Vereine

WINHELLER gehört deutschlandweit zu den führenden Kanzleien zu Fragen des Gemeinnützigkeitsrechts und in der Beratung von NPOs. Wir kennen die Grundlagen des dritten Sektors genau und beherrschen gleichzeitig das Recht der Finanzierung. Ihre Ansprechpartner für Vermögensanlagen sozialer, gemeinnütziger und religiöser Einrichtungen sind Rechtsanwältin Dr. Annette Wagemann und Rechtsanwalt Sebastian Förste. Sie erreichen uns am einfachsten per E-Mail (info@winheller.com) oder gerne auch telefonisch (069 / 76 75 77 80). Zögern Sie nicht, mit Ihren Fragen auf uns zuzukommen!

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