Contingent Convertible Bonds (CoCo Bonds)

Bei den Contingent Convertible Bonds (auch CoCo Bonds) handelt es sich im Wesentlichen um Wandelanleihen, da der Emittent sie im Krisenfall unter den in den Anleihebedingungen vereinbarten Voraussetzungen in Eigenkapital umwandeln kann. Teilweise geschieht die Umwandlung nach den Anleihebedingungen auch automatisch, ohne dass es eines Aktivwerdens des Anleiheemittenten bedarf.

Eigenkapitalvorschriften durch CoCo Bonds erfüllen

Mehr und mehr Banken haben in den letzten Jahren solche CoCo Bonds ausgegeben. Sie sind nach den immer strenger werdenden Eigenkapitalvorschriften nach Basel III gezwungen, sich für Krisenfälle abzusichern und können mithilfe dieser Produkte trotz Absicherung flexibel bleiben. In den Anleihebedingungen wird ein bestimmtes auslösendes Ereignis (sog. Trigger) vereinbart, bei dessen Eintritt die Umwandlung der Anleihe dauerhaft oder temporär erfolgt. Als Trigger wird das Unterschreiten einer bestimmten Eigenkapitalquote durch den Emittenten vereinbart. Für ihn stellen CoCo Bonds daher eine Art Versicherung für den Krisenfall dar. Fällt seine Eigenkapitalquote unter einen bestimmten Schwellenwert, kann er durch die Umwandlung der CoCo Bonds auf zusätzliches Eigenkapital zurückgreifen bzw. durch die dauerhafte oder vorübergehende Abschreibung des Anleihewertes seine Bücher entlasten und so die bankaufsichtsrechtlich vorgegebenen Eigenkapitalerfordernisse erfüllen.

Erscheinungsformen von CoCo Bonds

Es können drei unterschiedliche Arten von CoCo Bonds unterschieden werden. Sehen die Anleihebedingungen vor, dass im Falle des Eintritts des Triggers die Anleihen in Aktien umgewandelt werden, spricht man von sog. Conversion-to-equity Bonds (CE). Wird dem Emittenten hingegen das Recht eingeräumt, den Wert der Anleihe teilweise oder vollständig abzuschreiben, handelt es sich um Principle-write-down Bonds (PWD). Schließlich werden Temporary-write-down Bonds angeboten, die dem Emittenten die Möglichkeit geben, den Wert der Anleihe vorübergehend abzuschreiben.

Auch deutsche Bankhäuser emittieren CoCo Bonds

Als erstes deutsches Bankhaus hat die Deutsche Bank in 2014 CoCo Bonds zunächst mit einem Emissionsvolumen von insgesamt ca. 3,5 Milliarden Euro platziert. Auch die Wiesbadener Aareal Bank emittierte im November 2014 CoCo Bonds im Gegenwert von 300 Millionen Euro. Weitere Banken wie die Commerzbank und die staatliche NordLB denken aktuell über eine Emission nach. Der Markt reagiert dem Vernehmen nach mit hoher Anfrage auf die neuartigen Finanzprodukte, da die Renditeerwartungen in der derzeitigen Niedrigzinsphase mit zwischen 6 bis 8% beträchtlich sind.

CoCo Bonds nicht für jeden Anleger geeignet

Für den Anleger sind CoCo Bonds hingegen sehr riskant. Wie sich die Eigenkapitalquote eines Emittenten entwickelt hängt von vielen Faktoren ab, die für den Anleger teilweise überhaupt nicht oder nur unzureichend überprüfbar sind. Für den herkömmlichen Privatanleger ist eine Einschätzung der mit einer Investition in diese Produkte verbundenen Verlustrisiken daher kaum einschätzbar. Hinzukommt, dass letztlich der Emittent gewisse Einflussmöglichkeiten hat, um seine Eigenkapitalquote zu steuern. Es verwundert daher nicht, dass bereits die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) eine Stellungnahme zu dem Thema veröffentlicht hat, in der sie deutlich macht, dass die Produkte aus ihrer Sicht nicht für jeden Anleger geeignet sind. Insbesondere nicht professionelle Privatanleger sind daher angehalten, sich vor einer Investition in CoCo Bonds kritisch mit den Anleihebedingungen auseinanderzusetzen.

Ihre Experten für CoCo Bonds

Ihre Ansprechpartner rund um das Thema CoCo Bonds sind Rechtsanwältin Dr. Annette Wagemann und Rechtsanwalt Dr. Sebastian von Allwörden (beide Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht). Sie erreichen uns am einfachsten per E-Mail (info@winheller.com) oder gerne auch telefonisch (069 / 76 75 77 80).

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