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Crowdfunding

Crowdfunding als digitale Investorensuche

In den vergangenen Jahren hat sich auch in der Finanzwirtschaft eine zunehmende Digitalisierung abgezeichnet. Zwar muss im Vergleich mit anderen Wirtschaftssegmenten festgestellt werden, dass der etablierte Bankensektor - wohl infolge der ihm auferlegten strengen Regulierung – eher behäbig die neuen Möglichkeiten des Internets erkundet und für sich nutzt. Innovative Start-ups - sog. „Disruptors“ - machen sich diese Trägheit mehr und mehr zunutze und versuchen mit neuen Ideen die Vorteile der digitalen Vernetzung auf klassische, aber auch neuartige Finanzdienstleistungen anzuwenden. Hier ist in jüngerer Vergangenheit ein regelrechter Hype entstanden, der unter dem Buzzword „Fintech“ in aller Munde ist.

Digitale Investorensuche über das Internet

Gerade in der Start-up Szene ist die Suche nach Geldgebern oft ein ganz entscheidender Faktor, der ganz am Anfang einer Geschäftsidee über die Möglichkeit ihrer Umsetzung entscheidet. Modern ist die Investorensuche inzwischen über sog. Crowdfunding-Plattformen im Internet. Dabei stellt ein Kapitalsuchender sein Vorhaben mehr oder weniger ausführlich im Internet vor und versucht, über eine Vielzahl von Kapitalgebern eine ausreichende Summe für sein konkretes Projekt einzusammeln.

Pflichten für Crowdfunder und Crowdfunding-Plattformen

Sowohl die Anbieter solcher Crowdfunding-Plattformen als auch die Kapitalsuchenden und die Investoren sind je nach konkreter Ausgestaltung der Plattform aufsichtsrechtlichen Pflichten ausgesetzt. Was für wen konkret zu beachten ist, entscheidet sich nach der Rechtsnatur des Investments (z.B. Gesellschaftsanteil oder etwa Nachrangdarlehen), nach dem Ablauf der Zeichnung (Vermittlung durch den Plattformbetreiber oder direkt), dem Ablauf von Investitionstransaktionen und weiteren Fragen.

Relevant sind in diesem Zusammenhang insbesondere Erlaubnispflichten nach dem Kreditwesengesetz (KWG) im Fall des Betriebs von Bankgeschäften oder Finanzdienstleistungen und nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) im Fall des Erbringens von Zahlungsdiensten. Sofern es sich bei der Art der Kapitalanlage um Wertpapiere im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes handelt, ist auch dieses Gesetz zu beachten. Schließlich stellt sich stets die Frage, ob den Kapitalsuchenden eine Pflicht zur Erstellung eines Prospekts nach dem Vermögensanlagengesetz oder gar dem Wertpapierprospektgesetz trifft.

Gerne berät Sie unser Rechtsanwalt für Crowdfunding-Fragen umfassend zu den genannten Hürden, gibt Ihnen eine rechtliche Einschätzung zu Ihrem Crowdfunding-Projekt (auch Cashback-Projekte) und gibt Hinweise, was konkret zu tun ist.

Kleinanlegerschutzgesetz: Vielfältige Auswirkungen auf Crowdfunding

Die wohl gängigste Art der Kapitaleinsammlung ist im Crowdfunding bis dato die Bereitstellung eines Geldbetrags über einen Darlehensvertrag, entweder mit Rangrücktrittsabrede (sog. Nachrangdarlehen) oder in partiarischer Ausgestaltung (sog. partiarische Darlehen). Diese Instrumente werden seit Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes Mitte 2015 als Vermögensanlagen behandelt und fallen damit unter die Regelungen des Vermögensanlagengesetzes. Dieser Umstand hat weitreichende Folgen sowohl für die Anbieter von Crowdfunding-Plattformen wie auch die Anbieter und deren Anleger. Während nach früher geltendem Recht Nachrangdarlehen und partiarische Darlehen gerade keine „Vermögensanlagen“ im Rechtssinne waren und mit einfacher Maklererlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung vermittelt werden durften, benötigt der Betreiber einer Crowdfunding-Plattform, der zwischen Kapitalsuchendem und Anleger einen solchen Darlehensvertrag vermitteln möchte, dafür nun mindestens eine Erlaubnis für Finanzanlagenvermittler nach § 34f Gewerbeordnung.

Um eine solche Erlaubnis zu bekommen muss er besondere Sachkunde im Rahmen der Anlagevermittlung oder Anlageberatung nachweisen und weitere strenge Voraussetzungen erfüllen. Darüber treffen ihn besondere Verhaltens-, Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten nach der Finanzanlagenvermittlerverordnung. Der Kapitalsuchende muss sich die Frage stellen, ob er für die potentiellen Anleger einen Verkaufsprospekt über die angebotenen Darlehensverträge erstellen und von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) billigen lassen muss. Anleger in partiarische Darlehen oder Nachrangdarlehen haben demgegenüber eine gesetzlich vorgeschriebene 24 monatige Mindestlaufzeit und eine Kündigungsfrist von sechs Monaten zu beachten.

Ausnahmen für Crowdfunding-Plattformen im Internet

Das Kleinanlegerschutzgesetz hat Kapitalsuchende, die über Crowdfunding-Plattformen im Internet Gelder einsammeln, insoweit privilegiert, dass diese dann keine Prospektpflicht trifft, wenn der Gesamtbetrag der von einem einzelnen Kapitalsuchenden angebotenen Vermögensanlagen 2,5 Millionen Euro nicht übersteigt und die Vermögensanlagen über „Internet-Dienstleistungsplattformen“ vermittelt werden. Diese Ausnahme greift freilich nur dann, wenn die „Internet-Dienstleistungsplattform“ verpflichtet ist, zu prüfen, ob der Gesamtbetrag der Vermögensanlagen eines einzelnen Anlegers desselben Emittenten bestimmte Beträge nicht übersteigt. Die Ausnahme greift nach dem Gesetz schon dann nicht mehr, wenn ein Anleger mehr als 10.000 Euro investieren können soll. Ohne dass der Anleger weitere Informationen über seine finanziellen Verhältnisse preisgeben muss, darf zudem ein Gesamtinvestitionsbetrag von 1.000 Euro pro Emittent und Anleger nicht überschritten werden. 

Beratungsbedarf in Sachen Crowdfunding steigt

Der vergleichsweise noch junge Bereich des Crowdfundings ist schnell in den Fokus des Gesetzgebers gewandert. Weitere Regulierungen der Branche von europäischer Ebene sind bereits in naher Zukunft zu erwarten. Sowohl Betreiber von Crowdfunding-Plattformen als auch Kapitalsuchende, die sich über diese neue Art der Investorensuche finanzieren wollen, haben daher erhöhten Beratungsbedarf.

Ihr Anwalt zum Thema Crowdfunding

Rechtsanwalt für Crowdfunding-Projekte

Sie haben Fragen zu den Rechten und Pflichten von Crowdfunding-Plattformen und Crowdfundern? Sie möchten Ihre Crowdfunding-Idee in die Tat umsetzen? Ihre Ansprechpartner zu Crowdfunding sind Rechtsanwalt Lutz Auffenberg (Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht) und Rechtsanwalt Philipp Meier. Sie erreichen uns am einfachsten per E-Mail (info@winheller.com) oder gerne auch telefonisch (069 / 76 75 77 80).

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