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Die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen in Deutschland

1. Was sollte man ganz allgemein über die Besteuerung von Kryptowährungen wissen?

Die Besteuerung von Kryptowährungen ist in Deutschland gesetzlich nicht explizit geregelt. Es kommen vielmehr die allgemeinen Steuerregelungen zur Anwendung, die jedoch wegen der Neuartigkeit dieser Wirtschaftsgüter (Bitcoin, Ethereum, Ripple, Dash etc.) nicht immer unproblematisch ist. Während manche Fragen in der Praxis bereits übereinstimmend beantwortet werden, wie beispielsweise die Einordnung des privaten Handels mit Kryptowährungen unter die privaten Veräußerungsgeschäfte, gibt es immer wieder Bereiche und neue Technologien, die steuerrechtlich ungeklärt und umstritten sind.

Die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen in Deutschland

Das Bundesfinanzministerium hat sich jetzt erstmals mit Schreiben vom 27.02.2018 zu einzelnen Fragen der Besteuerung geäußert, das die Finanzämter in Deutschland bindet. Dieses Schreiben betrifft jedoch nur die Umsatzsteuer. Auch das Finanzministerium Hamburg hat sich mit der Thematik befasst und am 11.12.2017 eine Stellungnahme zur ertragsteuerlichen Behandlung des Handels mit Bitcoins in der privaten Vermögenssphäre veröffentlicht, das jedoch nur die Finanzämter in Hamburg bindet. Weitere Verwaltungsanweisungen oder gar finanzgerichtliche Entscheidungen existieren noch nicht.

Wegen dieser nach wie vor unsicheren Rechtslage und der unterschiedlichen Investitionsmöglichkeiten, die auch zu einer unterschiedlichen steuerlichen Behandlung führen können, sollte für den konkreten Einzelfall ein Steuerberater oder Rechtsanwalt konsultiert werden. Gern stehen Ihnen die Experten von WINHELLER zur Verfügung.

2. Wie werden Kryptowährungen steuerlich kategorisiert?

Kryptowährungen sind kein gesetzliches Zahlungsmittel. Vielmehr werden sie – zumindest im Ertragsteuerrecht – als immaterielle Wirtschaftsgüter betrachtet. 

3. Wie werden Gewinne/Verluste aus dem Krypto-Trading besteuert?

Wird der An- und Verkauf von Kryptowährungen als Privatperson unternommen, sind § 22 Nr. 2, § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG einschlägig. Es handelt sich hierbei um ein privates Veräußerungsgeschäft von „anderen Wirtschaftsgütern“. Gemäß § 23 Abs. 3 Satz 1 EStG ist der Gewinn oder Verlust der Unterschied zwischen Veräußerungspreis einerseits und den Anschaffungs- und Werbungskosten andererseits. Es muss also nur der Anschaffungspreis vom Veräußerungspreis abgezogen werden. Die Gebühren beim Handel auf den Börsen sind Werbungskosten und damit abzugsfähig.

In § 23 Abs. 3 Satz 5 EStG ist zudem eine Freigrenze von 600 € vorgesehen, bis zu deren Erreichen alle privaten Veräußerungsgeschäfte des Veranlagungszeitraums steuerfrei bleiben. Wird die Grenze überschritten, muss allerdings der gesamte Betrag ab dem ersten Euro versteuert werden. Die Einkommensteuer fällt dabei nicht erst beim Umtausch von Kryptowährungen in Euro oder eine andere Fremdwährung an, sondern bereits bei einem Tausch in eine beliebige andere Kryptowährung oder auch beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen mit einer solchen. Vergeht aber zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als ein Jahr (ggf. zehn Jahre nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 4 EStG), greift die Haltefrist des § 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 EStG. In diesen Fällen ist der gesamte Veräußerungsgewinn nicht steuerbar.  

Zur Bestimmung der Anschaffungskosten und des Veräußerungsgewinns sowie zur Bestimmung der Einhaltung der Haltefrist wird in der Regel die sogenannte FIFO-Methode aus § 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 3 EStG herangezogen. Zwar schreibt das Gesetz diese First-In-First-Out-Methode nicht für Kryptowährungen vor, in der Praxis wird sie aber weitgehend angewendet. Es werden allerdings auch andere Meinungen vertreten und eine Berechnung nach der LIFO-Methode oder – zur Bestimmung der Anschaffungskosten – nach Durchschnittswerten vorgeschlagen.

Wird der Handel mit Kryptowährungen gewerblich durchgeführt (z.B. durch Anbieten einer Webseite zum Umtausch von Kryptowährungen) sind die Erträge als solche aus Gewerbebetrieb gem. § 15 EStG zu versteuern. In diesem Rahmen gibt es insbesondere keine Haltefrist. Neben der Einkommensteuer muss in dem Fall auch Gewerbesteuer gezahlt werden. Allerdings sieht § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG einen Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro vor. Zudem hat sich der Händler mit Fragen der Umsatzsteuerbarkeit seiner Tätigkeit zu beschäftigen.

Video: Wie müssen Gewinne aus Bitcoin, Ether & Co. versteuert werden?


4. Wie werden Miningerträge besteuert?

Bei der Besteuerung von Mining muss abgegrenzt werden, ob dieses noch im privaten Bereich oder aber gewerblich ausgeführt wird. Die Bundesregierung hat sich in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage dahin gehend geäußert, dass Einkünfte aus privatem Mining sonstige Einkünfte gemäß § 22 Nr. 3 EStG darstellen können. Unklar ist, ob sich dies nur auf die erhaltenen Transaktionsgebühren oder auch auf den Blockreward bezogen hat. Es wird auch vertreten, dass mangels Erbringung einer Leistung gar keine Steuerbarkeit des privaten Minings vorliegt.

Bezüglich etwaiger neu geschaffener Coins kommt bei einer späteren Veräußerung derselben eine Steuerbarkeit als privates Veräußerungsgeschäft mangels Anschaffung nicht in Betracht. Beim Mining ist die Schwelle zur Gewerblichkeit, einer nachhaltigen, selbstständigen Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht, aber schnell überschritten. In diesem Fall wären die geschürften Coins zunächst mit den Herstellungskosten, also zumeist die anteiligen Strom- und Hardwarekosten, anzusetzen. Bei einer späteren Veräußerung ist der Unterschiedsbetrag dann der steuerbare Gewinn.

Weder der Blockreward noch die erhaltenen Transaktionsgebühren stellen nach dem oben genannten BMF-Schreiben ein Entgelt für eine unternehmerische Leistung dar. Es fällt also keine Umsatzsteuer an. Dies bedeutet auch, dass die Vorsteuer gem. § 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG (z.B. für angeschaffte Hardware) nicht abgezogen werden kann.

5. Wie werden Masternodes-Erträge besteuert?

Auch bei Einkünften aus Masternodes muss unterschieden werden, ob es sich noch um eine private oder schon um eine gewerbliche Tätigkeit handelt. Die Grenze zur gewerblichen Tätigkeit wird schnell überschritten, so dass die Erträge gemäß § 15 Abs. 1 EStG steuerpflichtig sein könnten. Wie die Erträge im Falle des privaten Tätigwerdens besteuert werden, ist ungeklärt. Es könnte vertreten werden, dass diese analog zum privaten Mining nicht steuerbar sind, aber auch eine Steuerbarkeit als sonstige Einkünfte kommt in Betracht. Die Besteuerung von Masternodes ist somit noch nicht abschließend geklärt. Wir empfehlen dringend die Konsultation eines spezialisierten Anwalts/Steuerberaters.

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6. Wie werden Einnahmen aus Dash Proposals besteuert?

Auch diese Frage ist in Deutschland noch ungeklärt. Häufig liegt bei Einnahmen aus Dash Proposals eine gewerbliche Tätigkeit vor, die Einkommensteuer oder im Falle des Tätigwerdens einer Körperschaft Körperschaftsteuer auslöst. Umsatzsteuerrechtlich stellt sich jedoch die Frage, ob mangels eines identifizierbaren Leistungsempfängers überhaupt eine umsatzsteuerbare Leistung anfällt. Da diese Frage ungeklärt ist, sollte in diesen Fällen eine Abstimmung mit dem Finanzamt erfolgen. 

7. Wie werden Einkünfte von Händlern/Dienstleistern in Dash besteuert?

Lieferungen oder sonstige Leistungen, deren Entgelt in Dash oder anderen Kryptowährungen besteht, sind umsatzsteuerlich gleich zu behandeln wie Lieferungen oder sonstige Leistungen, deren Entgelt in gesetzlichen Zahlungsmitteln (z.B. Euro) besteht. Die Bemessungsgrundlage einer derartigen Lieferung oder sonstigen Leistung für Zwecke der Umsatzsteuer bestimmt sich nach dem Wert der erhaltenen Kryptowährung. 

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