Wie wird Krypto-Lending versteuert?

Was ist Bitcoin- und Krypto-Lending?

Beim Krypto-Lending handelt es sich um einen Leihvorgang, bei dem Kryptowährungen verliehen werden. Dieses Leihgeschäft wird meist über spezielle Lendingplattformen abgewickelt. Letztlich handelt es sich dabei um nichts anderes als um ein kryptobasiertes Darlehen.

Auf der entsprechenden Plattform werden der Darlehensgeber, d.h. derjenige, der die Kryptowährung verleiht, und der Darlehensnehmer, also derjenige, der die Kryptowährung leihen möchte, zusammengebracht.

Wie funktioniert Lending?

Beim Lending überlässt der Darlehensgeber anderen Nutzern der jeweiligen Plattform einen Teil seiner Kryptowährung für eine begrenzte Zeit zur Nutzung. Im Gegenzug erhält der Darlehensgeber Zinsen in der hingegebenen oder einer anderen Kryptowährung. Deren Höhe orientiert sich an einem vorher festgelegten Prozentwert, welcher wiederum von der Anzahl der zur Verfügung gestellten Kryptowährung abhängig ist.

Im Vorfeld vereinbart werden dabei

  • die Höhe der Zinsen,

  • die Anzahl der Coins, die verliehen werden sollen sowie

  • die Dauer der Nutzungsüberlassung.

Nach Ablauf der vereinbarten Zeitspanne erhält der Darlehensgeber seine verliehene Kryptowährung einschließlich der Zinsen zurück.

Was wird beim Lending als Sicherheit hinterlegt?

Plattformnutzer bzw. Darlehensnehmer müssen beim Lending lediglich eine Kryptowährung als Sicherheit hinterlegen. Welche Kryptowährung der Darlehensnehmer als Sicherheit hinterlegen kann, hängt von der jeweiligen Plattform ab.

Wie werden Zinserträge aus dem Krypto-Lending besteuert?

In Deutschland ist die Besteuerung der durch das Krypto-Lending erhaltenen Zinsen nicht abschließend geklärt. Zum einem wird diskutiert, ob es sich dabei um Kapitaleinkünfte gem. § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG handelt, da es sich bei der Hingabe der Kryptowährung um ein klassisches, verzinsliches Darlehen handelt. Anderseits wird von Finanzämtern immer wieder angenommen, dass es sich bei den erzielten Zinserträgen durch Lending um Einkünfte aus sonstigen Leistungen gem. § 22 Nr. 3 EStG handelt.

Die erhaltene Kryptowährung in Form von Zinsen ist im Zeitpunkt des Zuflusses zu bewerten. Es handele sich deshalb nicht um Kapitaleinkünfte, da die Hingabe der Kryptowährung gerade keine Hingabe von Kapital, sondern vielmehr eine Sachleistung darstelle. Begründet wird dies damit, dass sich eine Kapitalforderung auf eine Geldleistung beziehen muss, nicht aber auf eine Sachleistung, wie es bei Kryptowährungen der Fall ist.

Handelt es sich bei den durch Krypto-Lending erhaltenen Zinserträgen um Einkünfte aus sonstigen Leistungen gem. § 22 Nr. 3 EStG, so gilt eine Freigrenze von 256 Euro. Außerdem wäre die spätere Veräußerung gem. § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG der durch das Lending erlangten Kryptowährung mangels Anschaffungsvorgangs nicht steuerbar.

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Keine Verlängerung der Haltefrist beim Lending

Kontrovers diskutiert wird auch, ob der Verleih einer Kryptowährung zu einer Verlängerung der Haltefrist nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 4 EStG führt. Eine Verlängerung der Haltefrist tritt danach nur dann ein, wenn ein Wirtschaftsgut

  • nach dem 31.12.08 angeschafft wurde,

  • als Einkunftsquelle genutzt wird und

  • damit Einkünfte erzielt werden.

Unter Nutzung als Einkunftsquelle ist zu verstehen, dass die betroffenen Wirtschaftsgüter eine eigenständige Erwerbsgrundlage bilden. Maßgeblich ist also die Frage, ob mit der Kryptowährung Einkünften erzielt werden.

Beim Lending werden jedoch in der Regel keine Einkünfte aus dem Wirtschaftsgut (der Kryptowährung), sondern aus dem Verleihgeschäft erzielt (als Ertrag aus der Forderung). Weil in diesen Fällen kein Missbrauch vorliegt, kann es bei der Haltefrist von einem Jahr bleiben. Auch das Bayrische Landesamt für Steuern hat bestätigt, dass die erhaltenen Zinsen nicht Ausfluss des „anderen Wirtschaftsgutes Fremdwährungsguthaben“, sondern vielmehr Ausfluss der eigentlichen Kapitalforderungen sind.

Ihr Anwalt für das Krypto-Lending

Da die Finanzämter bisher unterschiedlich mit Erträgen aus Krypto-Lending umgehen, sollten Krypto-Investoren Lending-Erträge nicht ohne Beratung steuerlich erklären. Gerne stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen Sie bei Ihrer Einkommensteuererklärung. Ihre Ansprechpartner sind

Sie erreichen uns am einfachsten per E-Mail (info@winheller.com) oder gerne auch telefonisch (069 / 76 75 77 80). Zögern Sie nicht, mit Ihren Fragen auf uns zuzukommen.

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