Wie wird Krypto-Lending versteuert?

Was ist Bitcoin- und Krypto-Lending?

Beim Krypto-Lending handelt es sich um einen Leihvorgang, bei dem Kryptowährungen verliehen werden. Dieses Leihgeschäft wird meist über spezielle Lendingplattformen abgewickelt. Letztlich handelt es sich dabei um nichts anderes als um ein kryptobasiertes Darlehen.

Auf der entsprechenden Plattform werden der Darlehensgeber, d.h. derjenige, der die Kryptowährung verleiht, und der Darlehensnehmer, also derjenige, der die Kryptowährung leihen möchte, zusammengebracht.

Wie werden Zinserträge aus dem Krypto-Lending besteuert?

Handelt es sich bei den durch Krypto-Lending erhaltenen Zinserträgen um Einkünfte aus sonstigen Leistungen gem. § 22 Nr. 3 EStG, so gilt eine Freigrenze von 256 Euro. Beträge darüber werden mit dem perönlichen Einkommensteuersatz von 18 bis 45 % versteuert. Außerdem wäre die spätere Veräußerung gem. § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG der durch das Lending erlangten Kryptowährung mangels Anschaffungsvorgangs nicht steuerbar.

In Deutschland ist die Besteuerung der durch das Krypto-Lending erhaltenen Zinsen jedoch nicht abschließend geklärt. Zum einem wird diskutiert, ob es sich dabei um Kapitaleinkünfte gem. § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG handelt, da es sich bei der Hingabe der Kryptowährung um ein klassisches, verzinsliches Darlehen handelt. Anderseits wird von Finanzämtern immer wieder angenommen, dass es sich bei den erzielten Zinserträgen durch Lending um Einkünfte aus sonstigen Leistungen gem. § 22 Nr. 3 EStG handelt.

Die erhaltene Kryptowährung in Form von Zinsen ist im Zeitpunkt des Zuflusses zu bewerten. Es handele sich deshalb nicht um Kapitaleinkünfte, da die Hingabe der Kryptowährung gerade keine Hingabe von Kapital, sondern vielmehr eine Sachleistung darstelle. Begründet wird dies damit, dass sich eine Kapitalforderung auf eine Geldleistung beziehen muss, nicht aber auf eine Sachleistung, wie es bei Kryptowährungen der Fall ist.

Update: BMF zur Besteuerung von Kryptowährungen

Vor Kurzem hat das Bundesfinanzministerium (BMF) den Entwurf eines Schreibens veröffentlicht, das sich mit der Besteuerung von Kryptowährungen befasst. Darin vertritt es verschiedene Auffassungen, die zu einer höheren Steuer für Kryptoinvestoren führen können. Sollte das BMF bei seiner Ansicht bleiben, sind zukünftig alle Finanzämter in Deutschland daran gebunden. Dann droht eine rückwirkende Änderung von Steuerbescheiden. Um erhebliche Steuernachzahlungen mit Zinsen zu vermeiden, ist ein Einspruchs- und Klageverfahren unvermeidlich. Unsere Experten stehen Ihnen gerne zur Seite!

Wie funktioniert Lending?

Beim Lending überlässt der Darlehensgeber anderen Nutzern der jeweiligen Plattform einen Teil seiner Kryptowährung für eine begrenzte Zeit zur Nutzung. Im Gegenzug erhält der Darlehensgeber Zinsen in der hingegebenen oder einer anderen Kryptowährung. Deren Höhe orientiert sich an einem vorher festgelegten Prozentwert, welcher wiederum von der Anzahl der zur Verfügung gestellten Kryptowährung abhängig ist.

Im Vorfeld vereinbart werden dabei

  • die Höhe der Zinsen,

  • die Anzahl der Coins, die verliehen werden sollen sowie

  • die Dauer der Nutzungsüberlassung.

Nach Ablauf der vereinbarten Zeitspanne erhält der Darlehensgeber seine verliehene Kryptowährung einschließlich der Zinsen zurück.

Was wird beim Lending als Sicherheit hinterlegt?

Plattformnutzer bzw. Darlehensnehmer müssen beim Lending lediglich eine Kryptowährung als Sicherheit hinterlegen. Welche Kryptowährung der Darlehensnehmer als Sicherheit hinterlegen kann, hängt von der jeweiligen Plattform ab.

Automatisierter Kryptosteuerreport für das Finanzamt

Die Kryptosteuerklärung stellt private Kryptoinvestoren regelmäßig vor Herausforderungen. Denn jeder, der steuerpflichtige Gewinne aus Aktivitäten mit Kryptowährungen erzielt, muss eine Steuererklärung abgeben. Aber auch die Angabe von Verlusten kann von Vorteil sein, da sich diese mit zukünftigen Gewinnen verrechnen lassen. WINHELLER und ACCOINTING haben gemeinsam eine Lösung entwickelt, die es Kryptoinvestoren erlaubt, schnell und einfach einen Steuerreport für das Finanzamt zu erstellen. Mehr erfahren

Keine Verlängerung der Haltefrist beim Lending

Kontrovers diskutiert wird auch, ob der Verleih einer Kryptowährung zu einer Verlängerung der Haltefrist nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 4 EStG führt. Eine Verlängerung der Haltefrist tritt danach nur dann ein, wenn ein Wirtschaftsgut

  • nach dem 31.12.08 angeschafft wurde,

  • als Einkunftsquelle genutzt wird und

  • damit Einkünfte erzielt werden.

Unter Nutzung als Einkunftsquelle ist zu verstehen, dass die betroffenen Wirtschaftsgüter eine eigenständige Erwerbsgrundlage bilden. Maßgeblich ist also die Frage, ob mit der Kryptowährung Einkünften erzielt werden.

Beim Lending werden jedoch in der Regel keine Einkünfte aus dem Wirtschaftsgut (der Kryptowährung), sondern aus dem Verleihgeschäft erzielt (als Ertrag aus der Forderung). Weil in diesen Fällen kein Missbrauch vorliegt, kann es bei der Haltefrist von einem Jahr bleiben. Auch das Bayrische Landesamt für Steuern hat bestätigt, dass die erhaltenen Zinsen nicht Ausfluss des „anderen Wirtschaftsgutes Fremdwährungsguthaben“, sondern vielmehr Ausfluss der eigentlichen Kapitalforderungen sind.

Ihr Anwalt für das Krypto-Lending

Da die Finanzämter bisher unterschiedlich mit Erträgen aus Krypto-Lending umgehen, sollten Krypto-Investoren Lending-Erträge nicht ohne Beratung steuerlich erklären. Gerne stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen Sie bei Ihrer Einkommensteuererklärung. Ihre Ansprechpartner sind

Sie erreichen uns am einfachsten per E-Mail (info@winheller.com), telefonisch (069 / 76 75 77 80) oder über unser Kontaktformular zur Besteuerung von Kryptowährungen. Zögern Sie nicht, mit Ihren Fragen auf uns zuzukommen.

"Kryptografische Währungen": Die neusten Beiträge in unserem Blog

Kryptobörsen im Ausland: Bußgeldrisiko für viele Kryptoinvestoren

- Philipp Hornung

Kryptobörsen im Ausland: Bußgeldrisiko für viele Kryptoinvestoren

Besteuerung SafeMoon

- Philipp Hornung

Besteuerung SafeMoon

Umsatzsteuerpflicht bei der Vermietung von virtuellen Grundstücken

- Philipp Hornung

Umsatzsteuerpflicht bei der Vermietung von virtuellen Grundstücken

Kontakt

Sie wünschen eine Beratung zur Besteuerung von Kryptowährungen? Gerne beraten Sie unsere Kryptosteuerexperten! Bitte füllen Sie hierzu unser Kontaktformular aus.

Kontaktformular

Veranstaltungen

1628068425 > 1634421600

Rechtsanwältin Olga Stepanova sticht mit allen Blockchain-Interessierten in See - oder zumindest in den Rhein.

Mehr

1628068425 > 1639090800

Rechtsanwalt Philipp Hornung ist Referent des Intensiv-Seminars Kryptowährungen in der Bankpraxis.

Mehr

Kontakt

Kontakt

Auszeichnungen

Juve AwardLegal 500 Deutschland 2019 – Top 2 im Nonprofit-Sektor
azur100: Top-Arbeitgeber für Juristen 2021

Crypto Steuer Guide

Für private Kryptoinvestoren
28 Seiten Wissen kompakt
Kryptosteuerexperten informieren

JETZT LESEN!