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Besteuerung von Staking und Block Rewards

Keine Verlängerung der Haltefrist von einem auf zehn Jahre bei Lending, Staking und Masternodes

Kryptowährungen als Einkunftsquelle erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Dazu zählen aber nicht nur der Handel mit Kryptos, sondern auch andere Vorgänge, wie 

Wenn beim Handel mit Kryptowährungen die Haltefrist von einem Jahr überschritten ist, ist der Gewinn daraus steuerfrei. Seit geraumer Zeit wird nun darüber diskutiert, ob bei Zuflüssen von Kryptowährungen, die aus Lending, Staking oder Masternodes stammen, die Haltefrist auf zehn Jahre verlängert wird.

Verlängerung der Haltefrist: Was ist der Hintergrund?

Die Verlängerung der Haltefrist ist in § 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 4 EStG geregelt und greift immer dann, wenn ein Wirtschaftsgut nach dem 31.12.2008 angeschafft wurde, als Einkunftsquelle genutzt wird und dadurch Einkünfte erzielt werden.

Hintergrund der Norm und damit der Haltefristverlängerung ist das Unternehmenssteuerreformgesetz von 2008, womit sog. Containerleasingmodellen der Garaus gemacht werden sollte. In diesen Fällen wurden nämlich nicht nur Einkünfte aus der Vermietung dieser Container erzielt, sondern auch Einkünfte aus der steuerfreien Veräußerung derselben Container nach einem Jahr. Danach stellt die Regelung zur Verlängerung der Haltefrist eine reine Missbrauchsvorschrift für die Vermietung beweglicher Wirtschaftsgüter dar.

Automatisierter Kryptosteuerreport für das Finanzamt

Die Kryptosteuerklärung stellt private Kryptoinvestoren regelmäßig vor Herausforderungen. Denn jeder, der steuerpflichtige Gewinne aus Aktivitäten mit Kryptowährungen erzielt, muss eine Steuererklärung abgeben. Aber auch die Angabe von Verlusten kann von Vorteil sein, da sich diese mit zukünftigen Gewinnen verrechnen lassen. WINHELLER und ACCOINTING haben gemeinsam eine Lösung entwickelt, die es Kryptoinvestoren erlaubt, schnell und einfach einen Steuerreport für das Finanzamt zu erstellen. Mehr erfahren

Übertragbarkeit auf Kryptowährungen?

Kontrovers diskutiert wird nun, ob die Verlängerung der Haltefrist auch die Fälle des Betreibens von Lending, Staking sowie Masternodes trifft. Um als Einkunftsquelle genutzt zu werden, müssten die in Rede stehenden Wirtschaftsgüter eine eigenständige Erwerbsgrundlage bilden. Abgesehen von der Frage, ob Kryptowährungen überhaupt den Charakter eines Wirtschaftsgutes aufweisen, ist an dieser Stelle also maßgeblich, ob mit der Kryptowährung Einkünfte erzielt werden.

Gerade beim Lending ist es aber so, dass in der Regel Einkünfte aus dem Verleihgeschäft (als Ertrag der Forderung) erzielt werden und nicht aus dem Wirtschaftsgut (=Kryptowährung) selbst. In diesen Fällen liegt aber gerade kein Missbrauch vor, weshalb eine Verlängerung der Haltefrist auf zehn Jahre nicht angemessen sein kann.

Diese Einschätzung wird auch durch eine Stellungnahme des Bayerischen Landesamts für Steuern untermauert, das die erhaltenen Zinsen nicht als Ausfluss des „anderen Wirtschaftsgutes Fremdwährungsguthaben“, sondern vielmehr als Ausfluss der eigentlichen Kapitalforderung einordnet.

Update: BMF zur Besteuerung von Kryptowährungen

Vor Kurzem hat das Bundesfinanzministerium (BMF) den Entwurf eines Schreibens veröffentlicht, das sich mit der Besteuerung von Kryptowährungen befasst. Darin vertritt es verschiedene Auffassungen, die zu einer höheren Steuer für Kryptoinvestoren führen können. Sollte das BMF bei seiner Ansicht bleiben, sind zukünftig alle Finanzämter in Deutschland daran gebunden. Dann droht eine rückwirkende Änderung von Steuerbescheiden. Um erhebliche Steuernachzahlungen mit Zinsen zu vermeiden, ist ein Einspruchs- und Klageverfahren unvermeidlich. Unsere Experten stehen Ihnen gerne zur Seite!

Ein Jahr Haltefrist, da keine Einnahmen aus dem Wirtschaftsgut

Ebenso verhält es sich bei Kryptowährungen, die für Staking oder Masternodes genutzt werden. Nutzer müssen bei proof-of-stake-basierten Kryptowährungen oder beim Betreiben von Masternodes einen bestimmten Teil ihrer Kryptowährung der Verfügungsmacht entziehen und dem Netzwerk als Sicherheit bereitstellen. Die Sicherheit des Netzwerkes wird dadurch gewährleistet, dass regelwidriges Verhalten den dem Verlust der Sicherheitsleistung (Kryptowährung) zur Folge hat. Auch in diesen Fällen werden keine Einkünfte aus dem Wirtschaftsgut selbst, sondern für das Blockieren der Verfügungsmacht, also als Ertrag (sog. Block Reward bzw. Staking Reward) aus der Forderung, erzielt. Auch hier bleibt es bei der Haltefrist von einem Jahr.

01.09.2021: Live-AMA-Session mit Philipp Hornung und Bitcoin2Go

Wie werden Staking Rewards versteuert?

Die steuerliche Beurteilung der Block/Staking Rewards ist aktuell problematisch. Beim Staking handelt es sich um eine mittlerweile nicht mehr gänzlich neue Erscheinung. Trotzdem ist die Gesetzeslage hierzu immer noch dünn. Wir können jedoch folgende Erwägungen anstellen:

  1. Einordnung der Prämien aus Staking als gewerbliche Einkünfte
    Die Voraussetzung für die Annahme gewerblicher Einkünfte ist der Begriff der Gewerblichkeit aus § 15 Abs. 2 EStG. Liegen gewerbliche Einkünfte vor, unterliegen diese zusätzlich noch der Gewerbesteuer. An die Gewerblichkeit sind nach deutschem Recht allerdings hohe Anforderungen gestellt. Insbesondere muss dafür die Selbstständigkeit gegeben sein. Dies dürfte beim Staking regelmäßig zu verneinen sein. Derjenige, der seine Kryptowerte dem Netzwerk zur Verfügung stellt, hat keine Verfügungsgewalt mehr über seine Coins. Die Auswahl der zur Verifizierung berufenen Teilnehmer und damit auch, wer überhaupt Einkünfte erzielen darf, erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Der Teilnehmer hat damit keinerlei Kontrolle über die Einkünfte aus dem Staking. Dies spricht gegen eine selbstständige Tätigkeit und damit auch gegen eine Einordnung als gewerbliche Einkünfte.

    Nichtsdestotrotz kam es in der Vergangenheit hin und wieder vor, dass die Finanzverwaltung entgegen dieser Argumente im Einzelfall eine gewerbliche Einordnung vorgenommen hat. Auch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) vertritt in einem kürzlich veröffentlichten Entwurf für ein BMF-Schreiben diese Ansicht; eine finale Entscheidung steht allerdings noch aus.
     
  2. Einordnung der Staking-Prämien als Einkünfte aus sonstigen Leistungen
    Vielmehr überzeugt es, die Erträge des Stakings als Einkünfte aus sonstigen Leistungen gemäß § 22 Nr. 3 EStG mit dem Zuflusswert zu besteuern. Diese Norm ist sehr weit gefasst, sodass grundsätzlich jedes Tun, Dulden oder Unterlassen steuerpflichtig ist, sofern es eine Gegenleistung auslöst. Darunter fällt auch die Teilnahme am Staking. Der Teilnehmer stellt dem Netzwerk seine Kryptowerte zur Verfügung, um der Netzwerksicherheit zu dienen, und bekommt dafür unter Umständen eine Prämie ausgezahlt. Einkünfte aus Staking sind aber nur dann nach § 22 Nr. 3 EStG steuerpflichtig, wenn die Erträge die Freigrenze von 256 Euro überschreiten. Darüber hinaus werden sie nach dem persönlichen Steuersatz besteuert. 

Ihre Experten für die Besteuerung von Staking und Co.

Nach wie vor handhaben die Finanzämter Erträge aus dem Betreiben von Masternodes, Lendig und Staking nicht einheitlich. Deshalb empfehlen wir Kryptoinvestoren, Erträge aus den zuvor genannten Vorgängen nicht ohne steuerlich fundierte Beratung zu erklären. Wir unterstützen Sie gern mit unserer Expertise bei der Erstellung Ihrer Einkommensteuererklärung. Ihre Ansprechpartner sind

Profitieren Sie von unserer langjähringen Erfahrung bei der Besteuerung von Kryptowährungen. Kontaktieren Sie uns telefonisch (069 / 76 75 77 80), via E-Mail (info@winheller.com) oder über unser Kontaktformular zur Besteuerung von Kryptowährungen.

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