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Verlustverrechnung bei Kryptoderivaten und Termingeschäften

Seit 2021 steuerliche Nachteile für private Kryptoinvestoren

Aufgrund einer Änderung des § 20 Einkommensteuergesetz (EStG) können Termingeschäfte seit dem 01.01.2021 nur noch bedingt bei der Verlustverrechnung berücksichtigt werden. Eine solche Einschränkung der Verlustverrechnung hat massive Auswirkungen auf die Steuerlast privater Kryptoinvestoren. 

Eingeschränkte Verlustverrechnung und Mindestbesteuerung

Während es vor dem 01.01.2021 möglich war, Verluste aus Termingeschäften uneingeschränkt mit den Einkünften aus Kapitalvermögen zu verrechnen, ist dies aufgrund des neu eingeführten § 20 Abs. 6 Satz 5 EStG seit 2021 nicht mehr ohne Weiteres möglich:

  1. Verluste dürfen nur noch mit Gewinnen aus Termingeschäften und mit Erträgen aus Stillhaltergeschäften verrechnet werden.
  2. Außerdem ist die Verlustverrechnung auf 20.000 Euro jährlich begrenzt.

Zwar können die nicht verrechneten Verluste in die Folgejahre vorgetragen werden. Aber auch dann ist eine Verlustverrechnung der Höhe nach auf 20.000 Euro pro Jahr begrenzt. Das führt faktisch zu einer Mindestbesteuerung von Gewinnen.

Automatisierter Kryptosteuerreport für das Finanzamt

Die Kryptosteuerklärung stellt private Kryptoinvestoren regelmäßig vor Herausforderungen. Denn jeder, der steuerpflichtige Gewinne aus Aktivitäten mit Kryptowährungen erzielt, muss eine Steuererklärung abgeben. Aber auch die Angabe von Verlusten kann von Vorteil sein, da sich diese mit zukünftigen Gewinnen verrechnen lassen. WINHELLER und ACCOINTING haben gemeinsam eine Softwarelösung entwickelt, die es Kryptoinvestoren erlaubt, schnell und einfach einen Steuerreport für das Finanzamt zu erstellen. Mehr erfahren

Beispiel: Kryptoinvestor zahlt mehr als 3 mal so viel Steuern

Für einen Steuerpflichtigen, der 2020 Gewinne in Höhe von 200.000 € erzielt hat und gleichzeitig Verluste in Höhe von 150.000 € aus Termingeschäften hinnehmen musste, ergab sich für 2020 ein zu versteuernder Überschuss von 50.000 €. 

Nach jetziger Rechtslage hingegen muss ein Steuerpflichtiger ab 2021 bei Gewinnen in Höhe von 200.000 € und gleichzeitigen Verlusten in Höhe von 150.000 € aus Termingeschäften einen Betrag in Höhe von 180.000 € versteuern, da eine Verrechnung der Verluste nur noch in Höhe von 20.000 € pro Jahr möglich ist.

Konkret fallen bei diesem Rechenbeispiel für die Rechtslage bis Dezember 2020 für den Steuerpflichtigen aufgrund des Kapitalertragsteuersatzes von 25% Steuern in Höhe von 12.500 € an. Im Gegensatz dazu fallen für den Steuerpflichtigen ab dem Jahr 2021 nun ganze 45.000 € an Steuern an. Der Steuerpflichtige zahlt also im Beispielsfall im Vergleich zum Vorjahr 3,6 mal mehr Steuern!

Auch Kryptoanleger sind betroffen

Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen klassischen Anlagen und modernen Varianten im Bereich von Kryptowährungen und „Decentralized Finance“. Entsprechend sind auch Kryptoinvestoren betroffen, die auf Binance, Huobi, OKex, Bitmex oder anderen Plattformen mit Derivaten und Termingeschäften handeln.

Weil es sich dabei um Einkünfte nach § 20 Abs. 2 Nr. 3 EStG handelt, sind auch die Verluste aus diesen Geschäften nur noch eingeschränkt verrechenbar. In der Folge entsteht durch die Mindestbesteuerung ein so hohes steuerliches Risiko, dass diese Geschäfte für viele Investoren unattraktiv werden.

Einen möglichen Ausweg bietet eine Trading-GmbH. Dieser bleibt es unter bestimmten Umständen gestattet, Verluste aus Derivaten und Termingeschäften zu verrechnen – ein erheblicher steuerlicher Vorteil!

Gründung einer Trading-GmbH als Lösung

Eine GmbH erzielt immer gewerbliche Einkünfte, sodass die Beschränkung der Verlustverrechnung aus § 20 Abs. 6 Satz 5 EStG niemals zur Anwendung kommen kann. Auch ähnliche Beschränkungen für gewerbliche Einkünfte (§ 15 Abs. 4 Satz 3 EStG) greifen bei einer Trading-GmbH nicht.

Einzige Voraussetzung dafür ist, dass sie als Finanzunternehmen ausgestaltet ist. Dadurch ist gleichzeitig sichergestellt, dass sie nicht der Aufsicht durch die BaFin unterliegt. Weil die Grenzen zu erlaubnispflichtigen Tätigkeiten fließend sind, ist nicht nur eine sorgfältige Planung notwendig. Oft empfiehlt es sich, die Einordnung als Finanzunternehmen mit der BaFin abzustimmen und einen „No Action Letter“ einzuholen. Das ist die Bestätigung der BaFin, dass keine Aufsichtspflicht besteht. Seitens des Finanzamts bietet sich die Einholung einer sog. verbindlichen Auskunft an, mit der das Finanzamt bestätigt, dass eine Verlustbeschränkung für die Trading-GmbH nicht greift.

Profitieren Sie von unserem Know-how als eine der führenden Kanzleien im Bereich der Besteuerung von Kryptowährungen und der BaFin-Erlaubnisverfahren und sparen Sie Steuern mit Ihrer eigenen Trading-GmbH.

In 5 Schritten zu Ihrer Krypto-Trading-GmbH

Unsere Experten gründen Ihnen gerne Ihre eigene Trading-GmbH – auch zum Fixpreis. Die Gründung erfolgt in 5 z.T. parallel verlaufenden Schritten:

  1. Eigentliche GmbH-Gründung inkl. rechtssicherer Ausgestaltung als Finanzunternehmen, d.h.:
    • Entwurf eines geeigneten GmbH-Gesellschaftsvertrags für ein Finanzunternehmen
    • Entwurf der Gesellschafterliste
    • Abstimmung der gewünschten Firmierung mit der IHK
    • Weiterleitung der erforderlichen Unterlagen an einen Notar Ihres Vertrauens oder an ein mit uns kooperierendes Notariat und Abstimmung eines Notar-Gründungstermins für Sie
    • Ggf. telefonische Begleitung des Notartermins
  2. Prüfung der Sach- und Rechtslage bzgl. der Einordung Ihrer Trading-GmbH als Finanzunternehmen nach § 1 Abs. 3 KWG
  3. Kontaktaufnahme mit der BaFin und Entwurf eines Schreibens an die BaFin auf Grundlage der Prüfungsergebnisse zum Zwecke der Bestätigung, dass keine Aufsichtspflicht besteht
  4. Entwurf eines Antrags auf verbindliche Auskunft an das zuständige Finanzamt mit dem Ziel der Bestätigung, dass die Trading-GmbH keiner Verlustbeschränkung unterliegt – ggf. unter Vorlage des No Action Letters der BaFin
  5. Erstellen des nötigen Geschäftsführerdienstvertrags, d.h.
    • Vorbesprechung (i.d.R. telefonisch) zur Klärung Ihrer Vorstellungen bzgl. der Vertragsgestaltung inkl. Beratung zu typischen steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Herausforderungen
    • Entwurf eines individuellen Geschäftsführerdienstvertrags
    • Besprechung und ggf. Überarbeitung des Vertragsentwurfs

Unsere Beratungsleistungen rund um die Trading-GmbH

Im Nachgang zur Gründung kümmern wir uns auf Wunsch gerne auch um die laufende steuerliche Beratung Ihrer Trading-GmbH, d.h. übernehmen:

  • die steuerliche Anmeldung der GmbH,
  • die Erstellung und Einreichung der Eröffnungsbilanz sowie
  • die laufende Buchhaltung und Steuerberatung unter Einsatz von CoinAccountant, einer Buchhaltungssoftware* für Kryptowährungen, mit der wir auch einer großen Zahl von Trades automatisiert Herr werden – inkl. Erstellung der Steuererklärungen und des Jahresabschlusses.

Die Kosten für die laufende Steuerberatung und den Einsatz von CoinAccountant hängen vom Einzelfall ab. Kommen Sie bei Interesse an einem individuellen Angebot gerne auf uns zu.

Selbstverständlich erbringen wir auch weitere individuelle rechtliche und steuerliche Leistungen, wie z.B.

  • die markenrechtliche Klärung ihrer Firmierung,
  • die Einbringung Ihrer bisherigen Vermögensverwaltung in eine Trading-GmbH,
  • das Aufsetzen von GmbH- und Stiftungs-Holdingstrukturen,
  • eine umfassende Asset Protection Beratung und sonstige Vermögensstrukturierungen,
  • Gründungen durch mehrere Gesellschafter und mit mehreren Geschäftsführern (ggf. auch unter Beteiligung ausländischer Gesellschafter/Geschäftsführer),
  • Gründungen von Trading-GmbHs, die auch in klassische Anlageformen (Aktien, Immobilien, Beteiligungsgesellschaften etc.) investieren usw.

Wir sind so flexibel wie es Ihre Ansprüche sind. Sprechen Sie uns also einfach an, damit wir auf Ihre konkrete Situation möglichst individuell und passgenau eingehen können.

Ihr Anwalt für Kryptoverlustverrechnungen und Trading-GmbHs

Sie möchten steuerliche Vorteile im Vergleich zu einem privaten Kryptoinvestment nutzen? Sie haben Fragen zur korrekten Verlustverrechnung? Sie sind von der Neuregelung betroffen und Ihnen droht nun eine erheblich höhere Steuerbelastung als früher? Sie interessieren sich für die Gründung einer Trading-GmbH? Gern stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Ihre Ansprechpartner sind:

Sie erreichen uns am einfachsten per E-Mail (info@winheller.com), telefonisch (069 / 76 75 77 80) oder über unser Kontaktformular zur Besteuerung von Kryptowährungen.

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* Programmiert durch die First Coin GmbH

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Sie wünschen eine Beratung zur Besteuerung von Kryptowährungen? Gerne beraten Sie unsere Kryptosteuerexperten! Bitte füllen Sie hierzu unser Kontaktformular aus.

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