Gemeinnützige Gesellschaftsformen im Überblick

Rechtsformvergleich der wichtigsten Körperschaften

In Deutschland können verschiedene Rechtsträger den Status einer gemeinnützigen Körperschaft erlangen:

  • Kapitalgesellschaften (vor allem gAG und gGmbH),
  • Genossenschaften,
  • Vereine (eingetragene und nicht eingetragene),
  • Stiftungen (rechtsfähige und nicht rechtsfähige) sowie
  • Betriebe gewerblicher Art von juristischen Personen des öffentlichen Rechts.
     

Die vier häufigsten gemeinnützigen Rechtsformen gUG, gGmbH, e.V. und Stiftung möchten wir im Folgenden kurz vorstellen. Die Tabelle beantwortet einige der wichtigsten Fragen bei der Wahl der richtigen Rechtsform im Nonprofit-Sektor, z.B.:

  • Wie viele Personen benötigt man für die Gründung?
  • Wer vertritt die jeweilige Rechtsform im Rechtsverkehr?  
  • Können Satzung oder Zweck später geändert werden?
  • Muss eine Bilanz erstellt werden?

Alle Fakten im Überblick:

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gUG Eingetragener Verein (e.V.) gGmbH Selbstständige Stiftung
Benötigte Personenzahl Min. 1 Min. 7 Min. 1 Min. 1
Anzahl Geschäftsführer (UG/GmbH) bzw. Vorstandsmitglieder (Verein/Stiftung) Beliebig (Min. 1) Beliebig (Min. 1) Beliebig (Min. 1) Beliebig (Min. 1)
Kontrollinstanz Gesellschafter, im Übrigen optional Mitglieder, im Übrigen optional Gesellschafter, im Übrigen optional Stiftungsaufsichtsbehörde, im Übrigen optional
Vermögensausstattung Min. 1 Euro Stammkapital 0 Euro Min. 25.000 Euro Stammkapital Min. 200.000 Euro Grundstockvermögen empfohlen
Notwendige Einzahlung des Vermögens bei Gründung Vollständige Einzahlung bei Gründung 0 Euro ¼ jedes Geschäftsanteils, insgesamt min. 12.500 Euro Vollständige Einzahlung nach Anerkennung
Haftung Grundsätzlich auf Gesellschaftsvermögen begrenzt Grundsätzlich auf Vereinsvermögen begrenzt Grundsätzlich auf Gesellschaftsvermögen begrenzt Grundsätzlich auf Stiftungsvermögen begrenzt
Sachgründung Nein Nein Möglich Möglich
Möglichkeit der Befreiung der Geschäftsführer vom Selbstkontrahierungszwang Ja Ja Ja Ja
Vertretungsbefugnis (grundsätzlich) Geschäftsführer Vorstand Geschäftsführer Vorstand
Flexibilität im lfd. Betrieb Flexibel Flexibel Flexibel Weniger flexibel, da dem Stifterwillen verpflichtet
Ausgestaltungsmöglichkeiten der Satzung Weitestgehend frei Weitestgehend frei Weitestgehend frei Weitestgehend frei
Renommee/Ansehen der Rechtsform Niedrig Hoch Hoch Sehr hoch
Möglichkeit der wirtschaftlichen Betätigung (im Rahmen des gemeinnützigkeitsrechtlich Zulässigen) Ja Ja Ja Ja
Basisdemokratische Grundordnung ("Jeder Kopf eine Stimme") Nein Ja Nein Nein
Wechsel der Gesellschafter/Mitglieder Aufwändig (Übertragung von Geschäftsanteilen bedarf notarieller Beurkundung) Einfach (Eintritt/Austritt durch schriftliche Erklärung) Aufwändig (Übertragung von Geschäftsanteilen bedarf notarieller Beurkundung) Eine Stiftung hat keine Mitglieder/Gesellschafter
Spätere Satzungsänderungen Möglich, aber notarielle Beurkundung notwendig Möglich Möglich, aber notarielle Beurkundung notwendig In Ausnahmefällen möglich, Genehmigung der Stiftungsaufsicht erforderlich
Spätere Zweckänderung Möglich Möglich Möglich In besonderen Ausnahmefällen möglich, Genehmigung der Stiftungsaufsicht erforderlich
Laufende Kosten Höher (Bilanzierungspflicht) Moderat Höher (Bilanzierungspflicht) Moderat
Staatliche Aufsicht Gering Sehr Gering Gering Hoch

Mit unserem Team aus spezialisierten Rechtsanwälten, Fachanwälten und Steuerberatern beraten wir bundesweit gemeinnützige und nicht-gemeinnützige Organisationen des dritten Sektors. Wir begleiten Sie in allen laufenden rechtlichen und steuerlichen Fragen und unterstützen sowohl Unternehmen, Privatpersonen, Verbände als auch die öffentliche Hand bei der Gründung und Restrukturierung von Nonprofit-Organisationen.

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