Haftung im Verein und Verband

Vereine nehmen immer mehr und immer vielfältigere Aufgaben wahr. Sie führen heute umfangreiche wirtschaftliche Geschäftsbetriebe mit einer hohen Anzahl an Mitarbeitern. Somit sehen sich die Verantwortlichen auch höheren Anforderungen und Haftungsrisiken ausgesetzt, die für den ehrenamtlichen Vorstand häufig kaum noch zu überschauen sind.

Risiken für die Haftung im Verein erkennen

Vorstandsmitglieder und andere handelnde Personen, wie Geschäftsführer und Projektleiter, können in ihrer täglichen Arbeit Haftungsansprüche von Vereinsmitgliedern oder Dritten auslösen. Diese Ansprüche können sich gegen den Verein, jedoch auch gegen die Handelnden selbst richten. Für die Verantwortlichen ist daher zunächst wichtig zu erkennen, wo in der Arbeit des Vereins Haftungsrisiken bestehen und woraus sich für sie eine persönliche Haftung mit dem Privatvermögen ergeben kann.

Insbesondere die Vorstandsmitglieder müssen sich aufgrund ihrer anspruchsvollen Aufgaben mit möglichen Haftungsrisiken steuerlicher oder nichtsteuerlicher Art auseinandersetzen. Viele Vorstandsmitglieder sind nach wie vor ehrenamtlich tätig und erkennen die persönlichen Haftungsrisiken in ihrer Tragweite häufig nicht. So obliegt dem Vereinsvorstand unter anderem die Erfüllung der steuerlichen Pflichten des Vereins einschließlich der steuerlichen Aufzeichnungspflichten.

Kommt es zu Steuernachforderungen, kann das Finanzamt den Vorstand des Vereins in die Haftung nehmen. Auch im Falle von rückständigen Sozialversicherungsbeiträgen, zum Beispiel aufgrund einer fehlerhaften Einordnung der Mitarbeiter als nicht abhängig Beschäftigte, tragen die Vorstandsmitglieder die Verantwortung. Daneben beinhaltet die Satzung zahlreicher Vereine Stolpersteine, die eine Haftung auslösen können.

Video: Rechtsanwalt Stefan Winheller über Haftungsrisiken im Verein

Diese Fragen beantwortet Rechtsanwalt Stefan Winheller im Video:

  • Ist die Vereinsarbeit riskant und haftungsanfällig?
  • Welche Haftungsgefahren gibt es?
  • Was sollten Vereine und Verbände tun, um Haftungsrisiken zu begrenzen?
  • Was konkret kann man tun?

Haftungsrisiken im Verein minimieren

Die Haftung eines Vereins und seiner Organe kann im Außenverhältnis nicht vollständig ausgeschlossen werden. Durch eine rechtssichere Satzungsgestaltung, gewissenhafte Prüfung und Gestaltung der Anstellungs- und Geschäftsführerverträge sowie durchdachte Umstrukturierung des Vereins lässt sich die Haftung jedoch wirksam minimieren:

  • Insbesondere die gemeinnützigkeitsrechtlichen Regelungen der Satzung und die (häufig) fehlenden Regelungen einer Aufwandsentschädigung für Vorstandsmitglieder erfordern eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Satzung.
  • Daneben sollten die an den Vorstand oder andere Mitarbeiter des Vereins gezahlten Aufwandsentschädigungen auf ihre sozialversicherungsrechtliche Einordnung überprüft werden, um mögliche Haftungsansprüche der Sozialversicherungsträger zu vermeiden.
  • Bei Vereinen mit einer umfangreichen Tätigkeit im Rahmen von Zweckbetrieben und wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben kann es zudem nötig sein, die Verantwortlichkeiten und damit Haftung der Vorstandsmitglieder durch eine klare Ressortverteilung einzugrenzen.
  • Geschäftsbereiche, die für den Verein ein Haftungsrisiko darstellen, können auf eine Tochter-GmbH ausgelagert werden, damit der Vorstand insoweit von der Geschäftsführungsverantwortung entlastet wird.
  • Darüber hinaus gehört die Buchhaltung und Steuerberatungtypo3/ in erfahrene Hände, die sich mit den steuerlichen Besonderheiten von gemeinnützigen Vereinen auskennen und potentielle Risiken frühzeitig erkennen.

Video: Haftungsbeschränkung bei ehrenamtlicher Tätigkeit

Auszug aus unserem Webinar „Haftung im gemeinnützigen Verein“ in Kooperation mit Haus des Stiftens: Diplom-Jurist Alexander Vielwerth informiert im Video zur Haftungsbegrenzung des Vorstandes bei ehrenamtlicher Tätigkeit

  • gegenüber dem Verein (Innenverhältnis) sowie
  • gegenüber Dritten (Außenverhältnis).

WINHELLER berät zur Haftung im Verein und Verband

Gerne stehen wir Ihnen als erfahrene Berater im Rahmen der Prüfung möglicher Haftungsrisiken zur Seite. Wir optimieren Ihre Satzung mitsamt den zugehörigen Geschäftsordnungen und sonstigen Vereins- und Verbandsordnungen und begleiten die Umstrukturierung Ihres Vereins. Wir wissen, was dabei in steuerlicher, gemeinnützigkeitsrechtlicher, gesellschaftsrechtlicher und arbeitsrechtlicher Hinsicht zu beachten ist.

Als eine der führenden Kanzleien im Bereich des Gemeinnützigkeitsrecht und des Rechts der NPOs können wir Ihnen darüber hinaus auch die Übernahme der Buchhaltung und Steuerberatung samt der notwendigen Jahresabschlussarbeiten anbieten, um auch dort die Haftungsrisiken in Ihrem Verein zu minimieren.   

Ihr Anwalt für Haftungsfragen im Verein und Verband

Sie haben Fragen zur Vereinshaftung oder möchten wissen, wie Sie als Vereinsvorstand haften? Ihre Ansprechpartner für Fragen zum Gemeinnützigkeitsrecht, Vereinsrecht und zur Vermeidung von Haftungsfällen im Verein sind Fachanwalt Johannes Fein sowie Rechtsanwalt Bartosz Dzionsko. Sie erreichen uns am einfachsten per E-Mail (info@winheller.com) oder gerne auch telefonisch (069 / 76 75 77 80).

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